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Andre Greipel gewinnt die erste Etappe der Luxemburg-Rundfahrt
Andre Greipel (M.) spurtete zum dritten Giro-Etappensieg seiner Karriere © Getty Images

Der deutsche Sprintstar feiert auf der sechsten Etappe seinen ersten Sieg beim Giro d'Italia seit fünf Jahren. Alberto Contador verletzt sich.

Top-Sprinter Andre Greipel hat für den ersten deutschen Etappensieg beim 98. Giro d'Italia gesorgt.

Der 32-Jährige vom Team Lotto-Soudal spielte im Massensprint der sechsten Etappe in Castiglione della Pescaia seine gesamte Erfahrung aus und verwies die Italiener Matteo Pelucchi (IAM Cycling) und Sacha Modolo (Lampre-Merida) auf die Plätze.

Das Rosa Trikot verteidigte der spanische Top-Favorit Alberto Contador, der nach einem Sturz kurz vor dem Ziel allerdings an der Schulter verletzte. Ob er die Rundfahrt am Freitag fortsetzen kann, ist noch offen.

"Wir sind alle sehr glücklich. Es war nicht einfach nach dem harten Start in den Giro, aber genau dafür sind wir hier, für Etappensiege", sagte der deutsche Meister Greipel.

Im Finale des 183 km langen Teilstücks mit Start in Montecatini Terme bereitete das Team Lotto-Soudal den Spurt mustergültig vor. Greipel ging dank der Hilfe seiner Anfahrer aus einer optimalen Position heraus auf die letzten Meter und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Für den Rostocker war es der insgesamt dritte Tageserfolg bei der Italien-Rundfahrt, zuvor hatte er 2008 und bei seiner bislang letzten Teilnahme 2010 je eine Etappe gewonnen.

Überschattet wurde die Zielankunft von einem Massencrash, in den auch Contador involviert war. Der Gesamtführende zog sich Schürfwunden an Knie und Schulter zu. Auf dem Podium verzichtete er darauf, das Rosa Trikot überzustreifen. Auch das obligatorische Öffnen der Prosecco-Flasche fiel aus.

Contadors Berater Jacinto Vidarte sagte der französischen Nachrichtenagentur "AFP", dass der Spanier versuchen werde, das Rennen fortzusetzen. "Es ist nichts kaputt", sagte Vidarte. Allerdings kann man erst nach der Nacht sagen, ob Contador am Freitag wieder an den Start geht.

Noch am Mittwoch hatte Contador seine Entschlossenheit in der "Mission Double" unter Beweis gestellt. Auf dem Weg zur Bergankunft in Abetone hatte er die erste ernsthafte Attacke eines
Podestkandidaten gesetzt und bereits nach der fünften Etappe die Gesamtführung übernommen. "Das ist nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Ich bin mit der Situation sehr zufrieden, das
Maglia Rosa ist eine große Ehre", sagte Contador.

Der 32-Jährige peilt in diesem Jahr den seltenen Doppelsieg beim Giro und der Tour de France (4. bis 26. Juli) an, zuletzt war dieses Kunststück dem Italiener Marco Pantani 1998 gelungen. Beim Giro liegt Contador nur zwei Sekunden vor Lokalmatador Fabio Aru (Astana), Dritter ist Richie Porte aus Australien (Sky/+ 0:20 Minuten).

Ob Contador noch lange an der Spitze bleibt, ist jedoch fraglich. "Womöglich werden wir das Rosa Trikot zunächst nicht mit aller Macht verteidigen, aber es ist die Aufgabe der anderen, es mir abzunehmen. Mein Ziel ist es, beim Finale in Mailand vorne zu liegen", sagte Contador.

Am Freitag steht die längste Etappe der Italien-Rundfahrt auf dem Programm. Über 264 km führt der Kurs von Grosseto nach Fiuggi, wo es erneut zum Sprint-Finale kommen dürfte.

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