vergrößernverkleinern
Bjarne Riis als Team-Manager von Tinkoff-Saxo
Bjarne Riis räumt große Fehler ein © Getty Images

Der frühere Radsport-Manager Bjarne Riis hat die neuen Doping-Vorwürfe gegen seine Person in Teilen bestätigt. "Ich bereue es zutiefst", sagte Riis in einem Interview mit dem dänischen Sender TV2.

Ein aktueller Bericht der dänischen Anti-Doping-Agentur ADD sowie Dänemarks Sportverband DIF war zu dem Schluss gekommen, dass Riis von Dopingvergehen in seinem Team CSC gewusst, diese stillschweigend geduldet und zum Teil angeordnet hat.

"Es gibt Aspekte in diesem Bericht, mit denen ich nicht übereinstimme. Aber das Fazit ist, dass ich als Führungsperson versagt habe. Und das muss ich bestätigen", sagte Riis: "Ich muss eingestehen, dass ich nicht reif genug war, um die Verantwortung zu übernehmen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das macht mich heute sehr traurig." Er habe nun entschieden, dass es weitergehen und er die fälligen "Schläge einstecken" müsse.

Im Rahmen des in dieser Woche veröffentlichten Berichts hatte ADD-Chef Michael Ask Ex-Profi Riis vorgeworfen, "nicht eingegriffen" zu haben.

Für den 97-seitigen Report, der sich mit dem Zeitraum von 1998 bis 2015 befasst, waren 50 Personen mit Verbindung zum dänischen Radsport befragt worden, darunter elf aktive Fahrer. Im Zentrum der Untersuchungen stehen die Verfehlungen im Team CSC, aus dem der heutige Rennstall Tinkoff-Saxo hervorgegangen ist.

Demnach habe es bei CSC einen flächendeckenden Gebrauch von Kortison ohne medizinische Begründung gegeben. Riis soll zudem den Dänen Bo Hamburger aufgefordert haben, den als Zeugen gehörten deutschen Ex-Profi Jörg Jaksche mit Epo zu versorgen. Auch sei Riis bekannt gewesen, dass neben dem Amerikaner Tyler Hamilton weitere Fahrer mit unerlaubten Substanzen arbeiteten.

Riis, Tour-de-France-Gewinner 1996 und beim Team Telekom einst Kollege von Jan Ullrich, hatte 2007 ein umfangreiches Dopinggeständnis abgelegt. Nach seiner aktiven Karriere baute er den Rennstall CSC auf, den er 2013 an Oleg Tinkow verkaufte.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel