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Fabian Cancellara
Fabian Cancellara quälte sich nach seinem Horrorsturz wieder aufs Rad. Doch es half alles nichts. Er musste die Tour beenden. © Getty Images

Fabian Cancellara muss nach seinem Sturz aussteigen. Rivalen ärgern sich, dass sie nicht attackieren durften. Greipel verteidigt die Entscheidung der Organisatoren aber.

Solidarität darf man unter Radfahrern wohl nicht erwarten. Geschweige denn: Mitleid. Nach dem Horrorstürzen während der dritten Etappe der Tour de France, wegen derer unter anderem Fabian Cancellara, der Träger des Gelben Trikots, die Tour vorzeitig beenden musste, motzen nun einige Fahrer über die Tour-Leitung.

Nicht etwa wegen des gefährlichen Streckenprofils. Sondern weil Tour-Direktor Christian Prudhomme nach dem Hochgeschwindigkeits-Massensturz rund 60 Kilometer vor dem Ziel das Rennen für rund zehn Minuten neutralisierte und kurzzeitig sogar ganz stoppte, um auf die Gestürzten zu warten.

Cancellara, der sich beim Sturz zwei Rückenwirbel brach, hatte sich nochmal aufs Fahrrad geschleppt und war die Etappe trotz großer Schmerzen sogar zu Ende gefahren. Erst nach der Diagnose im Krankenhaus entschloss sich der Schweizer notgedrungen, aus der Tour auszusteigen. Erst kurz vor dem Start am Montag hatte er angekündigt, 2016 nicht mehr an der Tour teilnehmen zu wollen. Entscheidet er sich nun nochmal um?

"Wir werden jetzt immer warten"

Wegen der Neutralisierung des Rennens hatten die Teams kein Tempo machen können, auch eventuelle Ausreißergruppen hatten sich nicht bilden können. Deswegen beschwerten sich laut Blick einige Fahrer lautstark bei Prudhomme.

Patrick Lefevere, der Manager des QuickStep-Rennstalls setzte ein paar verärgerte Tweets ab. "Ich werde mir das merken. Wir werden jetzt nach jedem Unfall bei der Tour de France warten", schrieb er.

Später stellte er klar: "Ich hasse Stürze". Doch das Verhalten der Organisatoren sei komisch.

Greipel hält Neutralisierung für richtig

Nicht alle Fahrer waren aber sauer über die Entscheidung der Organisatoren. André Greipel, der seinen Vorsprung in der Punktwertung ausbaute, fand die Neutralisierung des Rennens richtig. "Es war die richtige Entscheidung. Wir haben Ärzte gebraucht und sie hatten viel zu tun", schrieb er bei Twitter

Sechs Fahrer nach dem Sturz raus

Neben Cancellara mussten am Montag auch Tom Dumoulin wegen einer Schulterverletzung, Simon Gerrans wegen einer Handgelenksverletzung, Dimitri
Kosontschuk und Crash-Auslöser William Bonnet die Tour beenden.

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