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Tony Martin vom Team Omega Pharma-Quick Step gewann insgesamt bereits fünf Etappen bei der Tour de France © twitter@letour

Die 103. Auflage der Großen Schleife startet am Fuße einer berühmten Klosterinsel in der Normandie. Vom Streckenprofil sollten auch zwei deutsche Sprinter profitieren.

Marcel Kittel träumt von einem glanzvollen Tour-Comeback, Andre Greipel peilt seine Premiere im Gelben Trikot an - und Tony Martin schenkt sich seinen Start bei der Großen Schleife womöglich ganz:

Bei der 103. Tour de France im Sommer 2016 (2. bis 24. Juli) könnten die deutschen Top-Sprinter ihre Erfolgsstory gleich zum Auftakt fortschreiben.

Im Kampf um den Gesamtsieg kommt auf Titelverteidiger Christopher Froome ein Showdown am Mont Ventoux zu, insgesamt sind neun quälend harte Bergetappen zu bestreiten.

86 Tage nach dem zweiten Tour-Triumph des Briten wurde am Dienstag im Pariser Palais des Congres die Strecke des nächsten Jahres offiziell präsentiert, und der Grand Depart am Fuß der berühmten Klosterabtei Mont-Saint-Michel ist ganz nach dem Geschmack der deutschen Radprofis.

Auftakt-Chance für die Sprinter

"Die erste Etappe ist wieder eine Chance für die Sprinter. Ein Tagessieg und das Gelbe Trikot sind das klare Ziel", sagt Greipel (33), der auf dem Etappenplan gleich seine Unterschrift neben das erste Teilstück setzte.

2015 hatte der Rostocker vier Etappen für sich entschieden.

Auch Kittel (27) hat sich nach seinem Wechsel zu Tony Martins Team Etixx-Quick Step diesen 2. Juli 2016 dick angestrichen. "Das ist ein besonderer Anreiz und motiviert mich, es wieder zu schaffen", sagt der Thüringer.

Schon zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren beginnt die Tour mit einer Flachetappe. 2013 und 2014 hatte Kittel das Maillot jaune nach dem Auftakt bereits getragen, war aber in diesem Jahr wegen Formschwäche nicht berücksichtigt worden.

Der Zwist mit Giant-Alpecin über die Ausbootung führte letztlich zur Trennung.

Martin enttäuscht über Zeitfahren

Für Martin, der in der nächsten Saison alles dem Ziel Olympia unterordnen dürfte, bietet die kommende Frankreich-Rundfahrt nicht viel Reizvolles.

Zwar sind die Kilometer im Kampf gegen die Uhr im Vergleich zu 2015 erhöht worden, doch sind diese enorm anspruchsvoll.

"Das ist nicht das, was ich mir erhofft habe. Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Zeitfahren so schwer werden", sagte der 30-Jährige, der bei der WM in Richmond in seiner Spezialdisziplin so enttäuschend abgeschnitten hatte.

Auf seinem Weg nach Rio de Janeiro ist die Entscheidung über einen Tour-Start noch nicht gefallen, denn auch der Giro d'Italia wäre eine denkbare Variante.

Martin womöglich gar nicht dabei

"Es gibt nur entweder oder", sagt Martins Manager Jörg Werner, fügte aber hinzu: "Es macht schon Sinn über die Tour nachzudenken, es gibt sehr gute Argumente dafür."

Eines ist eben der Auftakt, wo Martin seinem Freund Kittel im Sprintzug wertvolle Dienste leisten könnte.

Erstmals seit 2013 steht der Mont Ventoux, der "kahle Riese", wieder im Programm - und dies am französischen Nationalfeiertag.

Dort hatte Froome damals seinen ersten Tour-Gesamttriumph zementiert. Im nächsten Juli soll der dritte folgen und danach noch Olympia-Gold. "Ich habe mir große Ziele gesetzt", sagte Froome zuletzt.

28 Bergwertungen angesagt

Bis zum traditionellen Finale am 24. Juli auf den Champs Elysees in Paris müssen der Brite und seine Konkurrenten 28 Bergwertungen der zweiten, ersten und Sonderkategorie überwinden.

Dabei werden zunächst die Pyrenäen angesteuert, bevor in den Alpen im Einzugsgebiet des Mont Blanc die Entscheidung fällt.

Vier Bergankünfte sind vorgesehen, unter anderem in Andorra Arcalis, wo Jan Ullrich 1997 den Grundstein für den bislang einzigen deutschen Tour-Gesamtsieg legte.

Erstmals seit 2012 wird auch die Schweiz Gastgeber der Tour sein. Etappenankünfte in Bern sowie in Finhaut im Unterwallis stehen auf dem Programm.

Der Etappenplan der 103. Tour de France

1. Etappe (Samstag, 2. Juli): Le Mont-Saint-Michel - Utah Beach Sainte-Marie-du-Mont (188 km)
2. Etappe (Sonntag, 3. Juli): Saint-Lo - Cherbourg-Octeville (182 km)
3. Etappe (Montag, 4. Juli): Granville - Angers (222 km)
4. Etappe (Dienstag, 5. Juli): Saumur - Limoges (232 km)
5. Etappe (Mittwoch, 6. Juli): Limoges - Le-Lioran (216 km)
6. Etappe (Donnerstag, 7. Juli): Arpajon-sur-Cere - Montauban (187 km)
7. Etappe (Freitag, 8. Juli): L'Isle-Jourdain - Lac de Payolle (162 km)
8. Etappe (Samstag, 9. Juli): Pau - Bagneres-de-Luchon (183 km)
9. Etappe (Sonntag, 10. Juli): Vielha Val d'Aran/Spanien - Andorra Arcalis/Andorra (184 km)
Ruhetag in Andorra (Montag, 11. Juli)
10. Etappe (Dienstag, 12. Juli): Escaldes-Engordany (Andorra) - Revel (198 km)  
11. Etappe (Mittwoch, 13. Juli): Carcassonne - Montpellier (164 km)
12. Etappe (Donnerstag, 14. Juli): Montpellier - Mont Ventoux (185 km)
13. Etappe (Freitag, 15. Juli): Bourg-Saint-Andeol - La Caverne du Pont-d'Arc (37 km/Einzelzeitfahren)
14. Etappe (Samstag, 16. Juli): Montelimar - Villars-les-Dombes (208 km)
15. Etappe (Sonntag, 17. Juli): Bourg-en-Bresse - Culoz (159 km)
16. Etappe (Montag, 18. Juli): Moirans-en-Montagne - Bern/Schweiz (206 km)
Ruhetag in Bern/Schweiz (Dientag, 19. Juli)
17. Etappe (Mittwoch, 20. Juli): Bern/Schweiz - Finhaut-Emosson/Schweiz (184 km)
18. Etappe (Donnerstag, 21. Juli): Sallanches - Megeve (17 km/Bergzeitfahren)
19. Etappe (Freitag, 22. Juli): Albertville - Saint-Gervais Mont Blanc (146 km)
20. Etappe (Samstag, 23. Juli): Megeve - Morzine (146 km)
21. Etappe (Sonntag, 24. Juli): Chantilly - Paris Champs-Elysees (113 km)
Gesamtlänge: 3519 km

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