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Jan Ullrich
Jan Ullrich gewann in letzter Instanz im Rechtsstreit gegen seinen ehemaligen Rennstall Coast © Getty Images

Der frühere Radstar Jan Ullrich (42) hat den langjährigen Rechtsstreit mit dem Chef seines ehemaligen Teams Coast um die Rückzahlung von drei Monatsgehältern endgültig gewonnen.

Das Oberlandesgericht Hamm wies die Schadensersatzklage des damaligen Rennstall-Besitzers Günter Dahms in letzter Instanz ab und bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts Essen. "Ich bin sehr froh, dass dieses Kapitel endlich beendet ist", sagte Ullrich bei radsport-news.com.

Dahms hatte Ullrich auf 300.000 Euro plus Zinsen (heute 700.000 Euro) verklagt, weil er sich vom Tour-de-France-Sieger von 1997 betrogen fühlte. Dahms führte an, Ullrich habe in seinen drei Monaten beim Essener Team Coast zu Beginn des Jahres 2003 vertragswidrig Dopingmittel eingesetzt.

Ullrich, der selbst das ihm laut Vertrag zustehende Geld 2008 vor Gericht eingeklagt hatte, bestritt dies unter Eid. Das Team Coast ist längst insolvent.

Ullrichs Berater Ole Ternes begrüßte bei radsport-news.de das Urteil: "Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Reputation Jan Ullrichs in der Öffentlichkeit, an der wir erfolgreich arbeiten."

In seiner Wahlheimat der Schweiz steht Ullrich derzeit wegen eines von ihm mit 1,8 Promille und Beruhigungsmitteln im Blut verschuldeten Autounfalls aus dem Mai 2014 vor Gericht.

Nachdem er zu 18 Monaten auf Bewährung und einer Geldbuße über 10.000 Schweizer Franken verurteilt wurde, wird das Verfahren im kommenden Jahr neu aufgerollt. Anfang Mai soll Ullrich erneut aussagen, danach wird die Staatsanwaltschaft Thurgau erneut Anklage erheben.

Im Fokus steht die Geschwindigkeit, mit der Ullrich an der Unfallstelle, an der 80 Stundenkilometer erlaubt sind, unterwegs war. Ein erstes Gutachten ging von 139 km/h aus, nun sind 143 bis 160 km/h im Gespräch. In der Schweiz geht die Justiz bei mehr als 140 km/h von einem Raserdelikt aus, was das Strafmaß erhöht. Ullrich könnte sogar eine Gefängnisstrafe drohen.

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