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Jan Ullrich
Jan Ullrich wurde 2006 des Dopings überführt © Getty Images

In einer Reportagereihe spricht der frühere Radstar über sein abruptes Karriereende und wie er mit dem Scheitern umging. Aus der ganzen Sache sei er gestärkt herausgekommen.

Jan Ullrich jat alles verloren, wofür er gekämpft hat. Der ehemalige Radprofi löste 1997 mit seinem Sieg bei der Tour de France einen wahren Radsportboom in Deutschland aus, später machte Ullrich allerdings mehr durch außersportliche Eskapaden und die Verwicklung in einen Blutdoping-Skandal Schlagzeilen.

In der Reportagereihe "37-Grad" des ZDF sprach Ullrich erstmals öffentlich über sein abruptes Karriere-Aus und darüber, wie er das Scheitern verarbeitet hat.

"Das Tour-Aus 2006 war ein großer Schock für mich. Ich hatte im Vorfeld alles getan um erfolgreich zu sein. Dass ich am Ende nicht starten durfte, hat mich viele Jahre belastet", sagte Ullrich, der des Blutdopings überführt wurde und daraufhin mit sofortiger Wirkung von seinem damaligen Team "Telekom" entlassen wurde.

"Das war eine sehr schwere Zeit"

"Das war eine sehr schwere Zeit. Ich wurde beschossen von allen möglichen Medien. Ich kam auch nicht mehr auf das Team ran. Ich wurde per Fax gekündigt", erzählte Ullrich weiter: "Es war einfach alles extrem. Und unmenschlich. Ich habe das viele Jahre durchgehalten bis der Knoten im Kopf zu groß wurde. Ich bin mit der Verarbeitung nicht alleine fertig geworden. Also musste ich mir Hilfe von außen holen.“

Im August 2010 erklärte Ullrich, dass er am Burnout-Syndrom erkrankt sei. Wenige Monate später gab er an, davon wieder genesen zu sein

Ullrich gab zudem darüber Auskunft, warum er nicht sofort ein Geständnis abgelegt und dann 2007 seine Radkarriere beendet hatte. "Ich hätte über mich reden können, aber da hätte ich mich komplett alleine an den Pranger gestellt. Reinziehen und andere belasten, das wollte ich nicht."

Als Resümee gab er an: "Wenn ich einen Strich ziehen würde, bin ich eigentlich gestärkt aus der ganzen Sache herausgekommen."

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