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CYCLING-FRA-DAUPHINE
Tony Martin holte seinen sechsten Zeitfahrtitel bei der Rad-WM © Getty Images

Zeitfahr-Spezialist Tony Martin setzt seine Erfolgsserie bei den deutschen Meisterschaften fort und deklassiert in Thüringen die nationale Konkurrenz.

Ungefährdet zum sechsten Titel: Serienmeister Tony Martin hat bei der DM im südthüringischen Streufdorf souverän das Einzelzeitfahren gewonnen und bleibt in seiner Paradedisziplin zumindest national eine Klasse für sich.

Der 31-Jährige setzte sich nach 41 Kilometern in 49:14 Minuten (49,97 km/h) durch und distanzierte den zweitplatzierten Freiburger Jasha Sütterlin um 1:39 Minuten.

Worrack siegt bei den Frauen

Bei den Frauen wurde Trixi Worrack (Cottbus) zum zweiten Mal deutsche Meisterin im Einzelzeitfahren. Der Sieg ist für die 34-Jährige eine große Genugtuung nach einem folgenschweren Sturz im Frühjahr. Worrack war danach eine Niere entfernt worden.

"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das ist etwas ganz Spezielles", sagte Worrack. Stephanie Pohl (Cottbus) landete vor der favorisierten Lisa Brennauer (Kempten) auf Rang zwei.  

Für den gebürtigen Cottbuser Martin war es der fünfte Sieg in Folge seit 2012 und zudem der lang ersehnte erste Saisonerfolg nach einigen zweiten Plätzen in den vergangenen Monaten.

"Kein einfacher Tag"

"Man muss voll da sein und darf nicht halbherzig herangehen. Ich bin froh, dass das geklappt hat, denn es war kein einfacher Tag, auch wegen der Temperaturen", sagte Martin, der rechtzeitig vor den Saisonhöhepunkten bei der Tour de France (2. bis 24. Juli) und bei Olympia in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) wertvolles Selbstvertrauen tankte.

Hinter dem dreimaligen Weltmeister Martin und Sütterlin komplettierte der Kölner Nils Politt (Katjuscha/51:37 Minuten) das Podium. Sütterlin empfahl sich mit seiner Leistung für den zweiten Olympiastartplatz im Einzelzeitfahren in Rio.

Am Samstag präsentiert der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) in Erfurt sein Aufgebot für die Straße.

Keine ernsthafte Konkurrenz

Martin hatte erwartungsgemäß keine ernsthafte Konkurrenz. Schon bei der Zwischenzeit nach 21 Kilometern lag der Profi vom Team Etixx-Quick Step über eine Minute vor Sütterlin (Movistar).

Die wellige und kurvige Strecke hatte er als "anspruchsvoll" bezeichnet. Letztlich baute Martin seinen Vorsprung kontinuierlich aus.

"Der Respektabstand zum Zweiten stimmt mich zuversichtlich. Ich konnte meine Leistung abrufen", sagte er.

Grundlagen für spätere Karriere

Der Sieg war für Martin trotz der Überlegenheit etwas Besonderes. Wie Marcel Kittel oder auch John Degenkolb hat sich Martin in Thüringen die Grundlagen für seine spätere Karriere erarbeitet.

"Hier Meister zu werden, wäre ein Traum, der wahr wird", hatte er deshalb gesagt.

"Meistertitel großartig"

Am Sonntag wird beim DM-Straßenrennen über 215 Kilometer in Erfurt ein Showdown der zurzeit wohl weltbesten Sprinter Marcel Kittel (Arnstadt) und André Greipel (Rostock) erwartet. Es ist für beide der letzte Härtetest vor der Tour de France, die am 2. Juli am Mont-Saint-Michel mit einer Flachetappe beginnt.

"Natürlich wäre der Meistertitel großartig", sagte Kittel.

Der wiedererstarkte Thüringer könnte am Samstag in einer Woche zum dritten Mal nach 2013 und 2014, der seit Jahren konstante Greipel zum ersten Mal das begehrte Gelbe Trikot überstreifen.

"Es ist ein Ziel, das ich gerne erreichen möchte", sagte Greipel dem SID, schränkte aber ein: "Wenn ich es nicht erreiche, werde ich nicht sterben."

Das U23-Einzelzeitfahren am Freitagvormittag gewann der WM-Zweite Maximilian Schachmann (Berlin) in 51:37 Minuten über die gleiche Distanz wie die Profis.

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