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Jörg Jaksche im Jahr 2005
Jörg Jaksche im Jahr 2005 © Getty Images

Ex-Telekom-Profi Jörg Jaksche bereut, dass er umfassend über Doping-Praktiken auspackte. Am heutigen Anti-Doping-Kampf hegt der 40-Jährige Zweifel.

Ex-Radprofi Jörg Jaksche würde nicht noch einmal als Kronzeuge im Kampf gegen Doping aussagen.

Er habe durch seine Offenheit "alles verloren", sagte der frühere Telekom-Fahrer dem Kölner Stadtanzeiger.

"Wenn ich meine Klappe damals gehalten hätte, so wie viele andere, dann wäre ich mit einem Jahr oder zwei Jahren Sperre bestraft worden", meinte der 40-Jährige.

2007 hatte Jaksche die jahrelange Einnahme verbotener Substanzen gestanden, seine Karriere kam danach nie wieder in Gang.

Seither äußert sich der gebürtige Franke immer wieder kritisch zum Doping im Radsport und hält nach wie vor auch den propagierten Wandel für Augenwischerei.

"Heute wird so getan, als seien die Leute und der Sport geläutert. Das stimmt überhaupt gar nicht. Die müssen das sagen, weil die Sponsoren darauf bestehen", sagte Jaksche.

Jaksche hat generell - auch in Bezug auf das Internationale Olympische Komitee (IOC) - große Zweifel am Willen des Weltsports zur Aufklärung im Anti-Doping-Kampf.

"Es gibt einen Unterschied zwischen skandalfreiem und dopingfreiem Sport. Das IOC will skandalfreien Sport", betonte Jaksche.

Auch die Praxis der Ausnahmegenehmigung für die Einnahme auf der Dopingliste stehender Mittel sieht Jaksche kritisch.

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