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Weltmeister Peter Sagan verlor bei der Flandern-Rundfahrt wegen eines Sturzes seine Siegchance © Getty Images

John Degenkolb verpasst bei der Flandern-Rundfahrt die entscheidende Attacke und hat keine Chance. Weltmeister Peter Sagan stürzt. Der Sieg geht an einen Belgier.

Radprofi John Degenkolb aus Gera muss weiter auf seinen ersten Sieg bei der Flandern-Rundfahrt warten.

Der mitfavorisierte 28-Jährige vom Team Trek-Segafredo erreichte das Ziel der 101. Auflage des populärsten belgischen Frühjahrsklassikers nach 259,5 km in Oudenaarde in einer Verfolgergruppe und verpasste als Siebter seinen dritten Erfolg bei einem der fünf Monumente des Radsports.

Den Sieg bei der traditionsreichen Veranstaltung sicherte sich der Belgier Philippe Gilbert (QuickStep-Floors), der ein herausragendes Rennen fuhr und sich seinen Triumph mit einer über 50 km langen Solofahrt redlich verdiente. Degenkolb hatte die entscheidende Attacke nicht mitgehen können.

Sagan stürzt

Weltmeister Peter Sagan vom deutschen Team Bora-hansgrohe verlor auf bittere Art und Weise seine Siegchance. Knapp 20 Kilometer vor dem Ziel blieb er auf der Jagd nach Gilbert an einer Absperrung hängen und zog sich beim dem Sturz einige Schürfwunden zu, fuhr das Rennen aber zu Ende.

Rudi Altig (1964) und Steffen Wesemann (2004) bleiben damit die bislang einzigen deutschen Sieger der Flandern-Rundfahrt.

Gilbert setzt perfekte Attacke

Für Gilbert war es der erste Sieg bei der "Ronde" und der erste eines Belgiers vor heimischer Kulisse seit fünf Jahren.

Kurz vor dem Start im sonnigen Antwerpen hatte Degenkolb noch Zuversicht verbreitet. "Ich denke, dass ich eine starke Mannschaft habe, die auch Attacken abwehren kann. Ich habe ein sehr gutes Gefühl", sagte er und erklärte seine Marschroute: "Nicht abgehängt werden, auf der Höhe des Geschehens sein. Das ist das Wichtigste."

Doch als es nach rund vier eher ruhigen Stunden im Hauptfeld erstmals ernst wurde, ließ sich Degenkolb überrumpeln. An der berühmt-berüchtigten Muur van Geraardsbergen, einem traditionsreichen und bis zu 20 Prozent steilen Anstieg 90 km vor dem Ziel, konnte Degenkolb eine Tempoverschärfung der von Gilbert und seinem Teamkollegen Tom Boonen angeführten Spitze nicht kontern.

Nächste Chance für Degenkolb in der "Hölle des Nordens"

Bei hohem Tempo entwickelte sich eine Verfolgungsjagd, in der das dezimierte Hauptfeld um Degenkolb, Sagan und Greg van Avermaet den Rückstand auf die stark besetzte Fluchtgruppe zu verkürzen versuchte. Nach einer knappen Stunde schafften die Verfolger tatsächlich den Anschluss, der zuvor enteilte Gilbert versuchte diesem Schicksal nach Kräften im Alleingang zu entgehen. 

Bereits am kommenden Sonntag bietet sich Degenkolb bei Paris-Roubaix die nächste Chance auf einen prestigereichen Sieg. In der "Hölle des Nordens", dem wichtigsten Frühjahrsklassiker, feierte Degenkolb 2015 seinen bislang größten Karriereerfolg.

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