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Im Massensprint setzte sich der Deutsche Marcel Kittel durch
Im Massensprint setzte sich der Deutsche Marcel Kittel (r.) durch © Getty Images

Limoges - Marcel Kittel sorgt bei der vierten Etappe für den ersten deutschen Tagessieg. Kittel triumphiert vor einem Franzosen. Sagan verteidigt das Gelbe Trikot.

Marcel Kittel lag rücklings auf dem Asphalt und brüllte seine ganze Freude in den Himmel: In einer Herzschlagentscheidung hat der Thüringer die vierte Etappe der Tour de France gewonnen und den deutschen Radprofis nach den Enttäuschungen der ersten Tage den ersehnten Erfolg gesichert.

"Ich bin wahnsinnig stolz und froh, dass ich es heute allen gezeigt habe", sagte der 28-Jährige nach seinem Coup nach 237,5 km in Limoges.

Reifenbreite vor Franzose

Einen Tag nachdem der deutsche Meister André Greipel unglücklich im Foto-Entscheid in Angers gegen Mark Cavendish verloren hatte, drehte Kittel (Arnstadt/Etixx-Quick Step) diesmal den Spieß um.

Nach Auswertung des Zielfotos lag Kittel kaum eine Reifenbreite vor dem zweitplatzierten Franzosen Bryan Coquard (Direct Energie). Als das Ergebnis nach bangen Sekunden des Wartens endlich zu Kittel durchgedrungen war, gab es beim Sprint-Hünen kein Halten mehr.

"Ich bin mega, mega happy. Nach der Zieldurchfahrt hatte ich keine Ahnung, ob ich jetzt gewonnen hatte", sagte Kittel, der im Vorjahr nach gesundheitlichen Problemen von seinem damaligen Team Giant-Alpecin nicht für die Tour nominiert worden war: "Ich habe es heute nicht nur meinen Gegnern gezeigt, sondern auch allen, die mich im letzten Jahr vergessen haben. Der Sieg bedeutet mir sehr, sehr viel."

Sagan verteidigt Gelbes Trikot

Für Kittel war es der neunte Etappensieg bei der Tour, der 14. bei einer der drei großen Landesrundfahrten. 24 deutsche Radprofis haben in der Geschichte der Tour 82 Etappen gewonnen, Rekordhalter ist Erik Zabel mit zwölf Tagessiegen.

Platz drei auf der längsten Etappe der Tour 2016 ging an den slowakischen Weltmeister Peter Sagan (Tinkoff), der das Gelbe Trikot des Gesamtführenden erfolgreich verteidigte. 

Greipel (Rostock/Lotto-Soudal) war frühzeitig geschlagen und landete auf Platz 18. "Normalerweise liegt mir so ein Finale, aber ich hatte heute einfach keine Power", sagte er. Auch Cavendish (Großbritannien/Dimension Data), Sieger der ersten und dritten Etappe, war auf Platz acht chancenlos.

Martin freut sich mit Teamkollege

Kittels Teamkollege Tony Martin freute sich derweil im Ziel von ganzem Herzen mit seinem Kapitän - nicht ganz uneigennützig. "Damit wird ein unglaublicher Druck vom Team genommen. Wir haben es heute sehr, sehr gewollt", sagte der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister.

Zuletzt waren die deutschen Radprofis 2012 an den ersten vier Tour-Tagen ohne Sieg geblieben, damals gelang Greipel dann aber an Tag fünf und sechs der Doppelschlag.

Auf der giftigen fünften Etappe am Mittwoch über 216 km ins Wintersport-Ressort Le Lioran werden die Sprinter - mit Ausnahme des Muster-Allrounders Sagan - keine Rolle spielen. Am Donnerstag bietet sich dann für Greipel, Kittel und Co. in Montauban die letzte Chance, bevor die Bergriesen der Pyrenäen warten.

Ausreißergruppe mit deutscher Beteiligung

Nach dem Bummeltempo der dritten Etappe war das Peloton am Dienstag wesentlich flotter unterwegs. Früh formierte sich dabei eine Ausreißergruppe, zum dritten Mal an den ersten vier Tagen unter Beteiligung des deutschen Teams Bora-Argon 18.

Nach Paul Voss, Jan Barta und Cesare Benedetti am Auftakt-Wochenende machte sich diesmal Andreas Schillinger (Kümmersbruck) mit drei weiteren Fahrern auf die Reise.

Schillinger sicherte sich zwar den Zwischensprint 70 km vor dem Ziel, danach machten die Teams der Topsprinter in der Nachführarbeit aber ernst und stellten die letzten beiden Ausreißer, darunter Schillinger, nach mehr als 200 km Flucht kurz vor dem Ziel.

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