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Chris Froome wurde auch auf der 20. Etappe nicht attackiert
Chris Froome wurde auch auf der 20. Etappe nicht attackiert © Getty Images

Christopher Froome steht unmittelbar vor seinem dritten Sieg bei der Tour de France. Nach der vorletzten Etappe muss er im Finale von Paris nur noch ins Ziel kommen.

Bei einer erneut risikoreichen Regenschlacht ging Chris Froome auf Nummer sicher und steht nun unmittelbar vor seinen dritten Gesamttriumph bei der Tour de France.

Der 31 Jahre alte Brite überstand auch die letzte schwierige Alpen-Etappe nach Morzine unbeschadet und kann den Champagner kaltstellen. Sein Gelbes Trikot wird traditionell am Sonntag auf dem Weg nach Paris nicht mehr angegriffen. 

Einen Tag nach seinem Sturz auf dem Weg nach Saint-Gervais konzentrierte sich Froome darauf, seinen Vorsprung mit Hilfe seiner Sky-Teamkollegen zu verwalten. Der Sieger der Jahre 2013 und 2015 muss jetzt nun nur noch die Ziellinie auf dem Prachtboulevard Champs Élysées überqueren.

Volles Risiko ging dagegen der Spanier Ion Izagirre und holte nach einer Attacke in der regennassen Abfahrt vom Col de Joux Plane den Etappensieg.   

Äußere Anzeichen von Froomes Sturzfolgen waren ein Verband am Knie sowie ein Pflaster am Ellenbogen, sonst wirkte der gebürtige Kenianer unbeeindruckt und ließ seine Sky-Mannschaft wie üblich die Kontrollarbeit im Feld verrichten.

"Es ist Zeit, den Sack zu zu machen", schrieb Froome vor der Etappe bei Twitter. Das Ziel erreichte er an der Seite einiger Kollegen vom Team Sky und dicht hinter dem Gesamtzweiten Romain Bardet aus Frankreich.

Starker Regen in den Abfahrten und im Zielort Morzine, die abschließende Tour-Bergetappe über 146,5 km war noch einmal eine äußerst fordernde Prüfung. Besonders kritisch war der Col de Joux Plane - neben der Nässe machten unebener Straßenbelag, teils schlechter Asphalt, dazu Felsen und Bäume am Straßenrand die Schussfahrt zu einem Wagnis.

Erster spanischer Etappensieg

Izagirre beeindruckte das nicht, er hängte auch den früheren Tour-Champion Vincenzo Nibali ab, der hinter dem Kolumbianer Jarlinson Pantano als Dritter ankam. Izagirres Erfolg war der erste eines spanischen Fahrers bei der diesjährigen Großen Schleife. "Ich habe mir gesagt: Vollgas, sonst wird das nichts", meinte der Baske Izagirre.

Die Etappe begann in Megève mit einer Schweigeminute für die Opfer des Amoklaufs von München. André Greipel stand dabei im Trikot des deutschen Meisters in erster Reihe, eingerahmt von Tour-Direktor Christian Prud'homme und dem "Maillot jaune" Froome.

Buchmann als 34. bester Deutscher

Um den Etappensieg entbrannte ein heißer Kampf. Zunächst duellierte sich Julian Alaphilippe aus der Etixx-Mannschaft von Tony Martin und Marcel Kittel mit Pantano, dann fuhren Izagirre und Nibali hinzu. Aber der Spanier schüttelte selbst den als Abfahrtsspezialist bekannten Italiener ab. Als bester Deutscher kam Emanuel Buchmann auf Rang 34 mit über neun Minuten Rückstand auf den Tagessieger.

Das Leiden ist für die Radprofis nun überstanden, Zeit für den Schlussakkord. Froome darf auf dem Weg zu den Pariser Champs Élysées die Tour d'Honneur genießen und mit Champagner anstoßen, die Sprinter kehren dagegen auf dem Prachtboulevard nochmals ins Rampenlicht zurück.

Das Ziel ist auch für Marcel Kittel und André Greipel der prestigeträchtige Etappensieg. "Das wird das absolute Finale für mich und die Mannschaft. Es geht ans Eingemachte", sagte Kittel. Der größte Konkurrent ist Dominator Peter Sagan, der am Samstag als kämpferischster Fahrer der Tour ausgezeichnet wurde.

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