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Henning Lambertz ist seit zwei Jahren Schwimm-Cheftrainer
Henning Lambertz ist seit zwei Jahren Schwimm-Cheftrainer © getty

Bundestrainer Henning Lambertz vermisst im deutschen Schwimmsport einen starken Charakter, der wie Diskus-Olympiasieger Robert Harting in der Leichtathletik für eine größere Wahrnehmung sorgt.

"Aber man kann solche Galionsfiguren nicht schnitzen oder backen. Zurzeit haben wir sie nicht", sagte Lambertz im Interview mit dem DSV-Magazin swim und more.

Weltrekordler Paul Biedermann sei zwar "zweifellos ein außergewöhnlicher Athlet", so Lambertz, aber er "fühlt sich für eine solche Rolle nicht berufen".

Biedermann tritt öffentlich fast nur bei Wettkämpfen auf, seine zuletzt krankheitsbedingten schwankenden Leistungen rüttelten zudem am Status als Nummer eins im Nationalteam.

Lambertz erhofft sich ohnehin, die Verantwortung langfristig auf mehrere Schultern verteilen zu können. Bei Olympia 2020 wolle er ein Team mit "sieben bis acht Athleten mit Ambitionen auf Vorderränge" an den Start bringen, sagte der Bundestrainer: "Das ist mein Anspruch, daran werde ich mich messen lassen, und wenn ich dem nicht genüge, meine Konsequenzen ziehen."

Lambertz ist seit zwei Jahren im DSV Cheftrainer für den Bereich Schwimmen. Nach einer schwachen WM 2013 in Barcelona mit nur einer Becken-Medaille zeigte das DSV-Team bei der Heim-EM in Berlin aufsteigende Form.

Bei der WM in diesem Sommer im russischen Kasan und bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro könne er aber noch keine Medaillen versprechen, so Lambertz. Seine Aufbauarbeit mit dem Perspektivteam soll erst 2020 mit der Vision greifen, "wieder eine große Schwimmnation zu werden".

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