vergrößernverkleinern
SWIM-WORLD-DIVING
Stephan Feck (l.) und Patrick Hausding landen in Kasan nur auf Rang sechs © Getty Images

Kasan - Ein Fehler von Patrick Hausding kostet ihm und Stephan Feck die Medaille im Synchronspringen. Freischwimmerin Isabelle Härle darf bei Olympia in Rio starten.

Für das Wassersprung-Duo Patrick Hausding/Stephan Feck hat sich der Traum von einer Medaille bei der WM in Kasan nicht erfüllt.

Die Synchronspringer verpassten als Sechste vom 3-m-Brett nach deutlichen Schwächen in ihren Kürsprüngen um 38,4 Punkte den Bronzerang, der ihnen auch das erhoffte direkte Olympiaticket beschert hätte.

"Individuelle Fehler"

"Wir haben sehr stark angefangen, dann waren aber individuelle Fehler ausschlaggebend", sagte Rekord-Europameister Hausding: "Mit dem sechsten Platz und der direkten Qualifikation für die Weltserie sind wir noch gut davongekommen." Auch Bundestrainer Lutz Buschkow haderte: "In der Kür haben sie überhaupt nicht gezeigt, was sie drauf haben."

Eine bessere Platzierung verspielte das Brett-Duo Hausding/Feck, das mit gelungenen Pflichtsprüngen gut in den Wettkampf gestartet war, durch einen verpatzten Dreieinhalb-Delfinsalto im dritten Durchgang. Erneut war es ausgerechnet Vorspringer Hausding, der wie schon bei der missglückten Titelverteidigung vom Turm eine Schwäche zeigte.

Wassersprung-Macht China revanchierte sich derweil für die erste WM-Niederlage im 1-m-Finale der Frauen. Das Duo Cao Yuan/Qin Kai wehrte den Angriff der russischen Olympiasieger Jewgeni Kusnezow/Ilja Sachachow erfolgreich ab und holte für China im siebten Wettbewerb das sechste Gold. Bronze ging die Briten Jack David Laugher/Chris Mears.

Die ersten drei Paare sicherten ihrem Land einen Startplatz für den Wettbewerb bei Olympia in Rio.

Hausding/Feck haben noch eine Chance auf eines der letzten vier Tickets beim Weltcup in der Olympiastadt im Februar.

Härle erfüllt sich Olympia-Traum

Das Olympiaticket bereits sichern konnte sich Freiwasser-Europameisterin Isabelle Härle. Als WM-Siebte über zehn Kilometer hatte sie sich ihren großen Traum vom Start an der Copacabana erfüllt - und weinte im Arm von Bundestrainer Henning Lambertz hemmungslos. So sehr, dass sogar dem Trainer die Tränen kamen. "Jetzt muss ich mitheulen. Das kannst du nicht mit deinem alten Coach machen", sagte Lambertz und wischte sich die Augen.

"Gott sei dank, es hat sich alles gelohnt", sagte Härle nach dem wichtigsten Rennen ihres Lebens: "Meine Familie sehe ich nicht oft, meine Freunde werden vernachlässigt, die Uni wird vernachlässigt. Irgendwie entschädigt das jetzt doch ganz schön."

Ohne "Mutti" nach Rio

Einen Wertmutstropfen gab es jedoch: Die zweimalige Weltmeisterin Angela Maurer war einen Tag nach ihrem 40. Geburtstag als 23. gescheitert.

Wenn Härle in einem Jahr nach Rio de Janeiro reist, ist ihre Mentorin nicht dabei. "Das wird ganz schön hart für mich", sagte die 27-Jährige, die Maurer als "unsere Mutti" bezeichnet, "ohne sie wäre ich aufgeschmissen gewesen."

Seit die 1500-m-Schwimmerin vor vier Jahren vom Becken ins Freiwasser wechselte, war die 13 Jahre ältere Maurer ihre größte Hilfe: "Sie hat mir immer alles ausgeliehen. Sie kann man immer fragen, sie weiß über alles Bescheid."

Maurer nimmt Olympia-Aus gelassen

Beim Sieg der Französin Aurelie Muller vor der Niederländerin Sharon van Rouwendaal und der Brasilianerin Ana Marcela Cunha war die Grande Dame des deutschen Freiwasserschwimmens aber chancenlos.

Das Rio-Aus nahm die 19-malige Medaillengewinnerin gelassen: "Ich war schon zweimal bei Olympia, ich wusste, dass meine Chance minimal war. Ich bin happy, dass ich mit 40 noch mal bei einer WM dabei bin."

Immerhin löste die Mainzerin ihr Versprechen ein. "Ich habe vor zwei Jahren gesagt: Das Ziel ist erst erreicht, wenn ich dich zu Olympia gebracht habe", berichtete Maurer mit Blick auf Härle, "ich freue mich unheimlich für Isi." Die Chance auf ihre 20. internationale Medaille hat sie noch am Samstag auf ihrer Paradestrecke über 25 Kilometer.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel