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Im Innern der 45.000 Zuschauer fassenden Kasan-Arena ist eine Schwimm-Halle errichtet worden
Im Innern der 45.000 Zuschauer fassenden Kasan-Arena ist eine Schwimm-Halle errichtet worden © imago

Kasan - Bei der WM in Kasan stehen neue Wettbewerbe an. Nicht nur im provisorischen Becken drohen die Deutschen ihr Soll zu verpassen. Die wichtigsten Fakten zu den Titelkämpfen.

Die 16. Schwimm-Weltmeisterschaften steigen erstmals auf russischem Boden.

In Kasan werden vom 24. Juli bis 9. August Medaillen im Beckenschwimmen, Wasserspringen, Klippenspringen, Freiwasserschwimmen, Wasserball und Synchronschwimmen vergeben.

Insgesamt stehen 75 Entscheidungen auf dem Plan. 2651 gemeldete Athleten aus 190 Ländern sorgen für eine Rekordbeteiligung. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Titelkämpfen

WELCHE ROLLE SPIELT DIE WM FÜR OLYMPIA?

Ein Jahr vor den Sommerspielen in Rio de Janeiro können Quotenplätze erkämpft werden. Bei den Wasserspringern reicht im Einzel ein Rang unter den besten Zwölf, im Synchronspringen muss eine Medaille gewonnen werden.

Die Freiwasserschwimmer müssen über die olympische Distanz 10 km eine Top-Ten-Platzierung erreichen. Im Becken erhalten die besten zwölf Staffeln jeweils ein automatisches Startrecht für Rio. 

WIE LAUTET DAS DEUTSCHE MEDAILLEN-ZIEL?

Laut Zielvereinbarung mit dem DOSB soll die 54-köpfige deutsche Mannschaft insgesamt sieben bis elf Medaillen gewinnen.

Doch die Vorgaben für die Becken- (4-6) und die Freiwasserschwimmer (2-3) nach dem Rücktritt von Rekordweltmeister Thomas Lurz sind kaum zu erreichen. Möglicherweise können die erfolgverwöhnten Wasserspringer ihr Soll (1-2) übererfüllen und die Gesamtbilanz retten. 

WER SOLL FÜR DIE MEDAILLEN SORGEN?

Bei den Beckenschwimmern gibt es nur drei ernsthafte Kandidaten: Paul Biedermann (200 m Freistil), Marco Koch (200 m Brust) und Franziska Hentke (200 m Schmetterling). Auch die 4x200-m-Freistilstaffel der Männer könnte vorne mitschwimmen.

FINA Swimming World Cup - Day Two
Brust-Spezialist Marco Koch zählt zu Deutschlands heißesten Eisen im Kampf um eine Medaille © Getty Images

Bei den Wasserspringern ist Patrick Hausding im Einzel vom 3-m-Brett und im Synchronspringen vom Turm mit Weltmeister-Partner Sascha Klein der große Hoffnungsträger.

Im Freiwasser hat Europameisterin Isabelle Härle mit dem Team die größten Chancen. Auch Klippenspringerin Anna Bader kann wie vor zwei Jahren Edelmetall gewinnen. 

WELCHE INTERNATIONALEN STARS SIND AM START?

Die größte Attraktion fehlt: Michael Phelps wurde vom US-Verband wegen seiner erneuten Alkoholfahrt nicht nominiert. Doppel-Olympiasieger Yannick Agnel verzichtet sogar freiwillig auf einen WM-Start und macht es seinem Rivalen Biedermann im Kampf um die Medaillen damit einfacher.

Sportliche Höchstleistungen werden von Ryan Lochte, Missy Franklin (beide USA), Ruta Meilutyte (Litauen) und Katinka Hosszu (Ungarn) erwartet. 

WAS IST NEU?

Der Weltverband FINA hat sein Herz für gemischte Wettbewerbe entdeckt. Im Becken gibt es Mixed-Staffeln über 4x100m Freistil und Lagen, beim Wasserspringen den Team- sowie die Mixed-Wettbewerbe aus drei und zehn Metern.

Selbst im Synchronschwimmen können Männer im Mixed-Duett nach Medaillen greifen. 

WAS IST BESONDERS AN DER SCHWIMM-ARENA?

Es ist quasi eine Arena in der Arena. Im Fußballstadion mit seinen 45.000 Plätzen wurden zwei temporäre 50-m-Becken installiert, die von Zuschauertribünen flankiert sind. Für 11.000 Besucher ist diese provisorische Schwimmhalle ausgerichtet.

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