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Swimming - 16th FINA World Championships: Day Nine
Franziska van Almsick startete mit 14 Jahren bei den Olympischen Spielen in Barcelona © Getty Images

Franziska van Almsick hat irritiert auf die jüngsten Entwicklungen im internationalen Schwimmsport reagiert.

Die 37-Jährige kritisierte die immer jüngeren Athleten bei Wettbewerben, aktuell geht die zehnjährige Alzain Tareq aus Bahrain bei der Weltmeisterschaft in Kasan an den Start.

"Ich hätte gedacht, es gäbe eine Altersbeschränkung, weil ich 1991 nicht nach Perth zur WM durfte, als ich erst 13 war. Mit 14 durfte ich dann in Barcelona bei den Olympischen Spielen starten und ich finde, dass 14 ein gutes Alter dafür ist", erklärte van Almsick bei Bild.

Auch Bundestrainer Lambertz kritisiert

Anders als in den Disziplinen Wasserspringen, Synchronschwimmen und Freiwasserschwimmen gibt es im Beckenschwimmen keine offizielle WM-Altersbegrenzung. 

Auch DSV-Bundestrainer Henning Lambertz sieht die Entwicklung äußerst kritisch: "Wie viel Freiwilligkeit dabei ist oder wie viel Druck von Eltern oder Verwandten, das müsste man hier sehen. Ich glaube, eine Zehnjährige ist lieber auf dem Spielplatz statt hier bei einer WM."

"Vor nichts und niemandem Angst"

Tareq zeigte vor ihrem ersten Start bei der WM überhaupt keine Nervosität. "Ich war noch nicht bei einer großen Meisterschaft, habe aber schon viele Wettkämpfe bestritten. Ich habe vor nichts und niemanden Angst", wird die jüngste Teilnehmerin der Titelkämpfe in Kasan auf der WM-Internetseite zitiert.

Das selbstbewusste, körperlich aber noch längst nicht ausgewachsene Mädchen hat jedoch keine Chance, sich auf ihren Strecken am Donnerstag über 50 m Schmetterling und am Freitag über 50 m Freistil unter den Erwachsenen zu behaupten.

Ihre Eingangszeit für das Schmetterlingrennen (41,12 Sekunden) liegt zum Beispiel fast 17 Sekunden über dem Weltrekord der Schwedin Sarah Sjöström.

Die Freundinnen wissen von nichts

Alzain Tareq ist die Tochter eines früheren Schwimmers und einer Lehrerin. Nach eigenen Angaben trainiert sie an fünf Tagen in der Woche jeweils zweimal. Ihren Schulfreunden hatte sie von ihrem WM-Abenteuer vor der Abreise nichts erzählt.

"Aber natürlich werde ich ihnen jede Einzelheit meiner Reise erzählen und mit ihnen meine Eindrücke teilen, wenn ich zurück im Bahrain bin", sagte das Mädchen. 

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