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Jacob Heidtmann
Jacob Heidtmann stellte über 400 m Lagen einen neuen deutschen Rekord auf © Getty Images

Kasan - Der WM-Debütant überzeugt über 400 Meter Lagen mit deutschem Rekord. Die Lagenstaffel hat keine Chance. Die Absage des umstrittenen Sun Yang über 1500m sorgt für Wirbel.

Debütant Jacob Heidtmann hat bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Kasan in seinem ersten WM-Finale mit deutschem Rekord einen hervorragenden fünften Platz erreicht.

Der 20-Jährige aus Elmshorn blieb in 4:12,08 Minuten über 400 m Lagen 39 Hunderstelsekunden unter der alten Bestzeit, die Yannick Lebherz vor zwei Jahren aufgestellt hatte. "Der deutsche Rekord war ein Traum - super geil", sagte der 20-Jährige.

Gold ging an den japanischen Titelverteidiger Daiya Seto vor Ungarns Europameister David Verraszto und dem Amerikaner Chase Kalisz.

Wirbel um Sun

Schwimmkönigin Katie Ledecky war nur noch Zuschauerin, als zum Abschluss der WM in Kasan Dopingsünder Sun Yang noch einmal für Aufregung sorgte. Der chinesische Doppel-Olympiasieger trat nach seinen Siegen über 400 und 800 zum Finale über 1500 m Freistil wegen Herzproblemen nicht an.

"Ich habe mich beim Warmschwimmen am Herzen unwohl gefühlt. Es tut mir leid, dass ich nicht starten konnte", sagte Sun bei einer Pressekonferenz: "Es ist das erste Mal, dass ich Probleme mit dem Herzen habe."

Sun war vor dem Rennen nicht im Call-Room gewesen, in dem die Schwimmer auf ihre Starts warten. Im zweiten Becken hatte er sich zuvor aber noch warm geschwommen. Der italienische Europameister Gregorio Paltrinieri, der seiner Abwesenheit in der Europarekordzeit von 14:39,67 Minuten gewann, sagte im ZDF: "Keine Ahnung, er wird verletzt oder krank sein."

Sun hatte trotz eines positiven Dopingtests aufgrund einer verkürzten Sperre bei der WM an den Start gehen dürfen.

Ledecky wird "weiblicher Phelps"

Auch die ebenfalls überführte Julija Jefimowa stand noch einmal im Blickpunkt. Die russische Weltmeisterin über 100 m Brust holte sich über die halbe Distanz WM-Bronze. Die 23-Jährige, die nur für 16 Monate gesperrt worden war, musste sich überraschend der Schwedin Jennie Johansson und der Jamaikanerin Alia Atkinson geschlagen geben. 

Zu ihrem zweiten WM-Titel in Kasan schwamm die Australierin Bronte Campbell, die auch über 50 m Freistil triumphierte. Ungarns Schwimmstar Katinka Hosszu verteidigte über 400 m Lagen ihren Titel erfolgreich. 

Ledecky war aber für alle unerreichbar. Die 18-Jährige hatte am Samstag über 800 m mit ihrem dritten Weltrekord und dem vierten Einzeltitel der WM Geschichte geschrieben. Niemand vor ihr hatte alle Freistilstrecken bei einer Weltmeisterschaft von 200 bis 1500 m gewonnen.

"Sie ist der Superlativ im Moment", sagte die Frankfurterin Sarah Köhler, die auf Platz sieben gelandet war: "Wenn sie weiter dran bleibt, ist sie in den nächsten vier, fünf Jahren nicht zu schlagen - wie ein weiblicher Michael Phelps."

Lagenstaffel chancenlos

Die deutsche Lagenstaffel verpasste zum Abschluss wie erwartet deutlich eine Medaille. Das Quartett mit Jan-Philip Glania, Hendrik Feldwehr, Steffen Deibler und Christoph Fildebrandt kam in 3:32,16 Minuten auf den siebten Platz. Den WM-Titel sicherte sich Olympiasieger USA. 

Die Frauenstaffel mit Lisa Graf, Vanessa Grimberg, Alexandra Wenk und Annika Bruhn war schon im Vorlauf ausgeschieden, qualifizierte sich aber als Elfte wie die Männer für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr. Im Finale gewann China vor den starken Schwedinnen und Australien. Die USA mussten sich mit Rang vier begnügen, holten aber die meisten Titel im Becken.

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