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Marco Koch
Marco Koch ist der erste deutsche Weltmeister über 200 m Brust © Getty Images

Marco Koch sichert dem deutschen Schwimm-Verband die erste Goldmedaille bei der WM in Kasan. Über 200 m Brust schlägt er vor einem Amerikaner an und schreibt Geschichte.

Nachdem Marco Koch mit seinem goldenen Endspurt WM-Geschichte geschrieben hatte, war Paul Biedermann einer der ersten Gratulanten.

"Großartig! Niemand hat es mehr verdient als er", sagte der Weltrekordler, der seit Freitag nicht mehr der letzte deutsche Schwimm-Weltmeister ist.

Sechs Jahre nach Biedermanns Doppel-Gold von Rom schwamm Koch im Kasaner Fußballstadion endgültig aus dessen Schatten.

Biedermann sagt Tschüss

"Es war ein geiles Rennen", meinte der erste deutsche Weltmeister über 200 m Brust, der 351 Tage nach dem EM-Triumph von Berlin auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen ist - auch wenn er in 2:07,76 Minuten den Weltrekord verpasste: "Leider war es nicht so schnell, wie ich es gerne gehabt hätte."

Biedermann nahm dagegen an seinem 29. Geburtstag nach Platz fünf mit der 4x200-m-Freistilstaffel Abschied von der WM-Bühne: "Es ist an der Zeit, Tschüss zu sagen."

Koch belohnt sich mit Burger 

Koch, der vor zwei Jahren seine Ernährung auf "vegan plus Fleisch" umgestellt hatte, gönnte sich als Belohnung etwas Besonderes: "Ich will gleich noch zu Burger King. Ich muss ja morgen keinen Weltrekord schwimmen."

Weltmeister Marco Koch
Marco Koch präsentiert stolz seine Goldmedaille © Getty Images

Die dritte Medaille der Beckenschwimmer nach Biedermanns Bronzerennen über 200 m Freistil und dem überraschenden dritten Platz der gemischten Lagenstaffel war das insgesamt siebte Edelmetall für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) in Kasan.

22 Minuten später fehlten Biedermann als Schlussschwimmer fast vier Sekunden zu einer weiteren Medaille. Für das Europameister-Quartett war nach 7:09,01 Minuten beim Sieg von Großbritannien vor Titelverteidiger USA und Australien das Podest weit weg.

Biedermann, der bei Olympia in Rio seine Karriere beendet, verzichtet am letzten Wochenende in Kasan auf weitere Staffelstarts.

Mensing und Köhler im Finale

Ins Finale am Samstag schwammen die Ex-Europameisterin Jenny Mensing als Achte über 200 m Rücken und Sarah Köhler als Siebte über 800 m Freistil.

Der Olympiavierte Steffen Deibler schied dagegen als Halbfinal-Elfter über 100 m Schmetterling aus. "Ich hatte keine gute Saison", gab der Hamburger zu.

Aufsehen hatte am Morgen die Letzte erregt: Die zehnjährige Alzain Tareq aus Bahrain schwamm zwar über 50 m Schmetterling weit hinterher. Doch die jüngste WM-Teilnehmerin musste danach unzählige Interviews geben. "Ich bin so glücklich", sagte sie und strahlte.

Hypnose für den großen Traum

Das Rennen seines Lebens war Koch schon vor der WM geschwommen - im Kopf. Für seinen Traum vom ganz großen Coup hatte er sich sogar hypnotisieren lassen. "Es ist nicht so, dass ich da auf der Couch liege, jemand schnipst mit den Fingern, und ich falle um", sagte er: "Ich denke an das perfekte Rennen."

Beim Start in die WM-Mission hatte allerdings der Magen nicht mitgespielt. Nach der Anreise aus dem Trainingslager im türkischen Belek habe er "die Nacht durch gebrochen".

Doch nach den ersten Trainingsbahnen im WM-Becken gab er Entwarnung: "Besser mal was Falsches essen und eine Nacht kotzen als ein Magen-Darm-Virus."

Deutsche Staffel wird umgestellt

Nach der viertbesten Zeit im Vorlauf wurde Biedermanns Staffel noch einmal umgestellt. Für Florian Vogel ging Christoph Fildebrandt an den Start.

Die Topnationen tauschten auf ganz anderem Niveau aus: Bei den USA kam der der fünfmalige Olympiasieger Ryan Lochte hinzu, bei den Briten Einzel-Weltmeister James Guy.

"Die anderen können noch mal wechseln, wir können uns nur noch mal zusammenraufen", sagte Biedermann, der hinter Jacob Heidtmann, Clemens Rapp und Fildebrandt ins Wasser ging. Sein Geburtstag sei "ein Tag wie jeder andere", meinte er: "Heute geht es um die Staffel und nicht um mich."

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