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Die FINA kritisiert Anti-Doping-Agenturen
Die FINA reagiert auf den Dopingskandal in der russischen Leichtathletik © Getty Images

Der aktuelle Dopingskandal in der russischen Leichtathletik hat den Schwimm-Weltverband FINA aufgeschreckt.

Nachdem die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA das Labor in Moskau mit sofortiger Wirkung gesperrt hat, wird die FINA alle bei der WM in Kasan (24. Juli bis 9. August 2015) entnommenen Proben von der russischen Hauptstadt zum WADA-Labor nach Barcelona transferieren und dort lagern.

Einen offenbar auch staatlich unterstützen Betrug wie in der Leichtathletik sieht die FINA im russischen Schwimmsport als unrealistisch.

Im WM-Jahr 2015 seien über 80 Prozent der in Russland durchgeführten Dopingtests in den WADA-Laboren in Barcelona und Köln analysiert worden, teilte die FINA am Mittwoch mit.

Die Proben der russischen Athleten, die in anderen Ländern Europas trainiert oder gelebt hätten, seien in Montreal (Kanada) und Salt Lake City (USA) untersucht worden.  

"Natürlich ist das eine schwierige Zeit für den Sport, genau wie die Fans sind auch wir bei der FINA geschockt und traurig über den Bericht der unabhängigen Kommission der WADA", sagte FINA-Präsident Julio Maglione und kündigte vollmundig an: "Die FINA wird alles tun, was nötig ist, um der weltweit sauberste Sport zu werden."

Davon ist der Schwimmsport jedoch weit entfernt, glaubt auch Bundestrainer Henning Lambertz.

"Was wir im Schwimmen bisher gesehen haben, reicht ja eigentlich", erklärte er: "Aber man muss leider davon ausgehen, dass es nur die Spitze des Eisbergs ist und dass die Dunkelziffer höher ist."

In den vergangenen zwei Jahren waren rund zwei Dutzend russische Schwimmer des Dopings überführt worden, darunter auch die Olympiadritte Julija Jefimowa.

Deren Sperre wurde allerdings verkürzt, sodass sie bei der Heim-WM im vergangenen Sommer in Kasan starten und prompt Gold gewinnen konnte.

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