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Markus Deibler kritisiert den Umgang in der Gesellschaft mit den Schwimmern
Markus Deibler kritisiert den Umgang in der Gesellschaft mit den Schwimmern © Getty Images

Kein gutes Haar lässt Markus Deibler an der Unterstützung der Schwimmer in Deutschland. Es sei lukrativer, Zeitungen auszutragen anstatt zu schwimmen.

Kurzbahn-Weltmeister Markus Deibler hat erneut die fehlende Unterstützung der Schwimmer in Deutschland kritisiert.

"Ich hätte bestimmt mehr verdient, wenn ich die Zeit, die ich ins Schwimmen gesteckt habe, Zeitung ausgetragen hätte", sagte der Hamburger, der nach seinem WM-Titelgewinn 2014 zurückgetreten war, der Wochenzeitung Die Zeit: "Berühmt wird man in Deutschland als Schwimmer nicht, reich erst recht nicht."

Es fehle den Sportlern vor allem an gesellschaftlicher Anerkennung, monierte Deibler. "In den USA ist man ein Held, wenn man ein guter Schwimmer ist. In Deutschland sagen die Leute morgens in der Uni, wenn du schon sechs Kilometer geschwommen bist: Bist du bescheuert?"

Nach seinem WM-Gold mit Weltrekord hatte Deibler 2014 seine Karriere beendet, heute betreibt er zwei Eissalons in Hamburg.

"Heute arbeite ich lieber zwölf Stunden am Tag für unsere Läden, als sechs Stunden am Tag hin und her zu schwimmen." Nach dem erneut medaillenlosen Abschneiden der deutschen Schwimmer bei den Olympischen Spielen in Rio hatte Bundestrainer Henning Lambertz mehr Geld gefordert: "So kann es nicht weitergehen."

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