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Swimming Day Seven - 13th FINA World Championships
Milorad Cavic (l.) zweifelt an den Anti-Doping-Bemühungen von Michael Phelps © Getty Images

Milorad Cavic sieht die Anti-Doping-Bemühungen von Schwimm-Star Michael Phelps aufgrund von Phelps Vergangenheit skeptisch.

Der frühere Schwimm-Weltmeister Milorad Cavic hat Zweifel an Rekord-Olympiasieger Michael Phelps und dessen Bestrebungen im Anti-Doping-Kampf angemeldet.

"Dass du jetzt nach Reformen rufst, wo du zurückgetreten bist und vorher niemals Blutpässe befürwortet hast, geht über unser aller Verständnis hinaus", schrieb der Silbermedaillengewinner von 2008 bei Twitter. Bei den Sommerspielen in Peking war Cavic über 100 m Schmetterling nur eine Hundertstelsekunde langsamer als Phelps gewesen.

Phelps, der 23 olympische Goldmedaillen gewann, hatte am Mittwoch in Washington bei einer Anhörung durch das US-Repräsentantenhaus schwere Doping-Anschuldigungen gegen den Schwimmsport erhoben. "Ich glaube nicht, dass ich bei einem internationalen Wettbewerb gestartet bin, und der Rest des Feldes war sauber", sagte Phelps dort.

"Erholungswerte nichts als Science Fiction"

Mit Blick auf die einzigartigen Leistungen des nach den Spielen in Rio 2016 zurückgetretenen Phelps gab sich Cavic nachdenklich: "Ich bezeichne dich nicht als Betrüger, du hast deine Zeiten über deine gesamte Karriere hinweg schrittweise verbessert, aber deine Erholungswerte sind nichts anderes als Science Fiction. Wir wünschten alle, dass wir das verstehen könnten."

Die derzeitige Vorgehensweise im Anti-Doping-Kampf hält Cavic derweil für veraltet. "Ich könnte sogar Lance Armstrong dreimal am Tag zur Probe rufen, und er würde kein einziges Mal durchfallen. Zurzeit sind wir nicht in der Lage, neue Dopingmittel und fortgeschrittene Methoden aufzuspüren", sagte der Serbe, der 2009 in Rom über 50 m Schmetterling seinen einzigen WM-Titel gewonnen hatte.

An seinen ehemaligen Kontrahenten Phelps wandte sich Cavic mit einem beherzten Appell: "Ich hoffe wirklich, dass du bei der Sache bleibst. Denn falls unsere Söhne irgendwann Profis werden, würde ich gerne glauben, dass du derjenige warst, der den Unterschied gemacht hat."

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