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Budapest 2017 FINA World Championship - Day 6
Patrick Hausding kämpft im Finale vom 3-m-Brett um eine Medaille © Getty Images

Patrick Hausding greift nach einem Mammut-Vorkampf im Finale vom 3 Meter Brett nach einer Medaille. Das Warten der Freiwasserschwimmer geht weiter.

Nach knapp fünfeinhalb Stunden hatte es Wasserspringer Patrick Hausding endlich geschafft: Der Olympiadritte qualifizierte sich im Mammut-Wettkampf vom 3-m-Brett als Halbfinal-Fünfter (471,70 Punkte) für das WM-Finale am Donnerstag in Budapest.

Nachdem sich der Vorkampf am Mittwochmorgen mit 56 Startern fast vier Stunden in die Länge gezogen hatte, dauerte das Halbfinale nochmal 90 Minuten. Das Einspringen begann für Hausding um 7.00 Uhr, den letzten Sprung setzte der Berliner um 16.54 Uhr ins Becken der Duna Aréna. Die langen Wartezeiten zwischen seinen Sprüngen vertrieb sich der Rekordeuropameister an seinem Handy, auf einer Isomatte und mit Musikhören.

Feck scheidet aus

Für ihn gehe es zunächst darum, "zu überleben", hatte der Berliner im Vorfeld gesagt: "Es gibt immer einige Favoriten, die bei so etwas straucheln." So scheiterte im Vorkampf der Italiener Giovanni Tocci, der Hausding vom 1-m-Brett noch die Bronzemedaille streitig gemacht hatte. Auch der durch einen gebrochenen Zeh gehandicapte Leipziger Stephan Feck schied früh aus.

Für Vielstarter Hausding, der bereits WM-Bronze im letzten gemeinsamen Finale mit Turm-Synchronpartner Sascha Klein gewonnen hatte, ist es bereits der fünfte Wettbewerb der Titelkämpfe in Budapest. "Dass er das so durchzieht, ist krass", sagte Klein: "Er ist ja auch nicht mehr der Jüngste."

Wunram verpasst Medaille

Derweil gingen die deutschen Freiwasserschwimmer auf im vierten WM-Rennen leer ausgegangen.

Olympia-Hoffnung Finnia Wunram schwamm über fünf Kilometer als Elfte am Podest vorbei. Der 21-Jährigen fehlten im Ziel am Yachthafen von Balatonfüred knapp 21 Sekunden zu Bronze. Vor zwei Jahren in Kasan hatte die Magdeburgerin noch den dritten Platz erreicht.

Gold ging nach 59:07,00 Minuten an die Amerikanerin Ashley Twichell vor 10-km-Weltmeisterin Amelie Muller aus Frankreich und der Brasilianerin Ana Marcela Cunha. WM-Debütantin Leonie Beck (Würzburg) landete mit 2:19,40 Minuten Rückstand auf dem 24. Platz.

Wunram enttäuscht

"Zufrieden bin ich nicht", sagte Wunram, "ich hatte mir schon ein bisschen mehr erhofft. Eigentlich habe ich mich ganz gut gefühlt. Ich weiß auch nicht genau, woran es gelegen hat." Bundestrainer Stefan Lurz zog nach vier von sieben WM-Rennen eine ernüchternde Zwischenbilanz: "Die Lücke zur Weltspitze ist größer als gedacht. Wenn wir den Ruf, den wir international haben, behalten wollen, müssen wir im nächsten Jahr eine Schippe draufpacken."

Über zehn Kilometer hatte Wunram mit Platz sieben vielversprechende Perspektiven für Olympia 2020 aufgezeigt. Bei den Sommerspielen in Tokio wird nur über diese Distanz geschwommen.

Die ersten Zehn der WM 2019 qualifizieren sich direkt. Vor zwei Jahren in Kasan hatten die deutschen Langstreckenschwimmer insgesamt vier WM-Medaillen gewonnen. Die größte Chance auf Edelmetall hat am Donnerstag die Staffel über 4x1,25 km, in der auch Wunram an den Start geht.

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