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Rafael Nadal schlich nach dem Ende einer großen Serie mit hängendem Kopf und völlig erschöpft vom Centre Court des Jockey Club Brasileiro in Rio de Janeiro.

Erstmals seit 2003 hatte der Spanier bei einem Sandplatzturnier das Endspiel verpasst - und einige Fragen aufgeworfen.

Die überraschende 6:1, 2:6, 5:7-Niederlage im Halbfinale gegen Fabio Fognini (Italien/Nr. 4) sorgte beim topgesetzten Nadal dann auch für große Ratlosigkeit.

"Ich bin viel schneller als sonst müde geworden. Außerdem habe ich Krämpfe bekommen, was für mich sehr ungewöhnlich ist", sagte der ansonsten so unermüdliche Sandplatzkönig und musste sich eingestehen: "Ich kann mir die physische Schwäche nicht erklären."

Villas noch alleine vorn

Drei Monate vor Beginn der French Open (24. Mai bis 7. Juni), bei denen Rekordsieger Nadal seinen zehnten Paris-Titel seit 2005 anstrebt, sucht "Rafa" nach seiner Topform.

Und das auf seinem absoluten Lieblingsbelag. Der 28-Jährige hatte zuvor 52 Mal in Folge bei einem Turnier auf Asche das Finale erreicht.

Mit einer Titelverteidigung bei den Rio Open hätte der Weltranglistendritte zudem mit Rekordhalter Guillermo Villas (Argentinien) gleichziehen können, der in seiner Karriere 46 Sandplatz-Events gewinnen konnte.

Fognini bricht eine schwarze Serie 

Fognini indes, der im Finale am Sonntag (ab 22 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) auf Nadals Landsmann David Ferrer (Nr. 2) trifft, konnte sein Glück kaum fassen.

"Der Sieg über Rafa, den vielleicht besten Sandplatzspieler aller Zeiten, ist der größte Erfolg meiner bisherigen Karriere. Ich kann es noch gar nicht fassen", sagte die Nummer 28 der Welt.

Fognini (27) hatte zuvor all seine 23 Matches gegen Top-5-Spieler verloren. 

Nur 19 Stunden Erholung 

Ein Grund für Nadals physischen Einbruch war vielleicht auch die Tatsache, dass der 14-malige Grand-Slam-Champion tags zuvor bei seinem Viertelfinalsieg gegen Pablo Cuevas (Uruguay) bis morgens um 3.30 Uhr Ortszeit auf dem Platz gestanden hatte.

19 Stunden später folgte dann bereits das Duell mit Fognini - was Nadal extrem ärgerte und ihn zur Kritik an der Spielervereinigung ATP veranlasste.

"Kein Tennismatch sollte in der Nacht und zu dieser Zeit enden. Das war sehr schlecht von Seiten der ATP", klagte der Mallorquiner, der in dieser Saison noch auf seinen ersten Titel wartet.

Das nächste verlorene Jahr

Bislang verlief das Jahr für Nadal enttäuschend. Bei den Australian Open schied er im Viertelfinale gegen den Tschechen Tomas Berdych aus, in Doha verlor der Fanliebling in der ersten Runde gegen den Stuttgarter Michael Berrer.

Dabei hat Nadal gerade erst eine äußerst unbefriedigende Spielzeit hinter sich. Dem neunten Coup in Paris standen 2014 erneute Blessuren, eine Blinddarm-Operation und lange Pausen gegenüber.

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