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Rafael Nadal
Rafael Nadal gewinnt zum zweiten Mal das Turnier in Hamburg © Getty Images

Den Angstgegner besiegt, viel Selbstvertrauen gewonnen und eine halbe Million Euro verdient: Für Rafael Nadal hat sich der spontane Trip an den Hamburger Rothenbaum gelohnt.

Der einstige Weltranglistenerste aus Spanien schlug im Finale in einem Marathon-Match den Italiener Fabio Fognini nach 2:34 Stunden mit 7:5, 7:5.

Mit sichtbarer Erleichterung und einem spektakulären Kniefall auf der roten Asche nahm der 29-Jährige die Ovationen der 7500 Zuschauer auf dem ausverkauften Centre Court entgegen.

Nadal verbessert sich in der Weltranglisten

Der Mallorquiner, der nach seiner Zweitrunden-Niederlage im Wimbledon gegen den Deutsch-Jamaikaner Dustin Brown nachgemeldet hatte, um mehr Spielpraxis zu sammeln, feierte in der Hansestadt seinen 67. Turniersieg auf der ATP-Turnier und verbessert sich in der Weltrangliste vom zehnten auf den neunten Platz.

"Es war ein großartiges Match mit wahnsinnigen Ballwechseln. Der Sieg war sehr wichtig für mich, ich bin sehr, sehr glücklich über diesen Erfolg", sagte Nadal nach der Partie abgekämpft.

Das offizielle Preisgeld für den Sandplatzkönig betrug 311.775 Euro, hinzu kam ein Antrittsgeld von rund 200.000 Euro.

Fognini attackiert Nadal

Der an Nummer acht gesetzte Fognini, der in diesem Jahr beide Vergleiche gegen Nadal gewonnen hatte, war der erwartet hartnäckige Gegner. Erst nach 77 Minuten entschied Nadal den ersten Durchgang mit dem vierten Satzball für sich.

In der Folgezeit neigte sich die Waage langsam zugunsten von Nadal. Der impulsive Fognini begann sich selbst zu beschimpfen, auch der Schläger flog einmal auf die Asche. Dennoch kämpfte er sich zurück in die Partie und schaffte das Break zur 5:4-Führung.

Doch dann beschwerte sich Fognini plötzlich beim Schiedsrichter, dass Nadal seinen Rhythmus störe - und attackierte diesen anschließend auch noch auf Spanisch.

Nadal bestrafte Fognini auf seine Weise, holte sich die nächsten drei Spiele und damit den Titel.

Titelsponsor droht abzuspringen

In der Doppel-Konkurrenz holten sich Jamie Murray aus Großbritannien - Bruder des Weltklassespielers Andy - und der Australier John Peers den Titel. Das an Nummer drei gesetzte Duo setzte sich im Finale gegen die beiden Kolumbianer Juan Sebastian Cabal und Robert Farah mit 2:6, 6:3 und 10:8 durch.

Indes muss sich das traditionsreiche Turnier möglicherweise einen neuen Titelsponsor suchen. Der aktuelle Hauptförderer, ein österreichischer Wettanbieter (bet-at-home), hat noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob der auslaufende Fünf-Jahres-Vertrag mit den Turnierorganisatoren verlängert wird.

"Die Qualität des Spielerfeldes hätte besser sein können. Auch die Umstellung auf ein Hartplatzturnier könnte ein Thema sein", sagte Unternehmenssprecher Claus Retschitzegger am Sonntag in der Hansestadt.

Stich wehrt sich gegen Kritik

Turnierdirektor Michael Stich wies die Äußerungen Retschitzeggers zurück.

"Dass zwei Topspieler wie David Ferrer und Gilles Simon verletzungsbedingt kurzfristig absagen mussten, war einfach Pech", sagte der ehemalige Wimbledonsieger, der auch an dem traditionellen Sandbelag auf den Turnierplätzen festhalten will: "Alles andere macht keinen Sinn."

Terminlich indes ist das einst größte deutsche Tennisturnier bereits fest im Kalender für 2016 verankert. Gespielt werden soll in der norddeutschen Metropole vom 11. bis 17. Juli.

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