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Roger Federer fährt gegen Nadal den ersten Sieg seit dreieinhalb Jahren ein. Auch die Balljungen freut's. Der Schweizer nimmt Platz zwei der ewigen Bestenliste ins Visier.

Besser hätte die Woche in seiner Heimatstadt für Roger Federer gar nicht enden können: Mit einem Sieg im Tennis-Klassiker gegen Rafael Nadal, seinem ersten seit dreieinhalb Jahren, triumphierte Federer zum siebten Mal beim Hallenturnier in Basel.

Nach 2:03 intensiven und hochklassigen Stunden verwandelte der Publikumsliebling unter tosendem Applaus seinen zweiten Matchball zum 6:3, 5:7, 6:3.

Federer lobt Nadal

Der Erfolg über seinen Dauerrivalen Nadal versüßte Federer den insgesamt 88. Titel auf der Profitour, das zeigte seine unbändige Freude nach dem Match.

"Es war eine unglaubliche Woche für mich und meine Familie", sagte Federer und lobte Nadal: "Dich hier im Finale zu haben, ist für uns alle in dieser Stadt etwas ganz Spezielles." Mehr als zwei Jahre hatten die Tennisfans weltweit auf das 34. Duell der Erzrivalen warten müssen, in Basel belohnten die dominantesten Spieler der vergangenen zehn Jahre ihre Anhänger für die Geduld.

Selbst Nadal gab zu, das Match genossen zu haben, trotz seiner 11. Niederlage gegen Federer. "Ich hoffe, wir spielen auch in Zukunft solche Finals", sagte der Mallorquiner, der wie gewohnt erfolgreich Federer Rückhand attackierte, sich jedoch im dritten Satz bei 3:4 eine kleine Schwäche erlaubte und damit den 68. Titel seiner Karriere verspielte.

Nadal immer besser

Dennoch zeigt der 29-Jährige weiter aufsteigende Form, sein Onkel und Trainer Toni Nadal glaubt fest daran, dass der 14-malige Grand-Slam-Sieger im kommenden Jahr zu alter Stärke zurückfindet.

"Wenn wir weiterhin so gut wie jetzt trainieren können, wird er in einigen Monaten wieder sehr stark sein", sagte Toni Nadal dem Schweizer Tagesanzeiger: "Ich erwarte, dass wir wieder an die Spitze zurück kehren. Rafa wird nächstes Jahr wieder top sein, einer jener Spieler, die Grand-Slam-Turniere gewinnen können."

In diese Kategorie gehört auch Federer im Alter von 34 Jahren noch immer, das bewies er mit seinem sechsten Triumph im Jahr 2015.

Pizza für die Balljungen

Mehr Titel als in Basel, wo er einst als Balljunge die große Tenniswelt kennengelernt hatte, hat er nur beim Rasenturnier in Halle/Westfalen (acht) gewonnen.

A propos Balljunge: Nach dem Finale griff der "Maestro" zu seinem gewohnten Ritual. Wie bisher nach jedem Finale bei seinem Heimspiel lud er die Balljungen zu einer Pizza ein.

Federer, der sich im Achtelfinale gegen Philipp Kohlschreiber (Augsburg) durchgesetzt hatte, verkürzte zudem den Abstand zum zweitplatzierten Ivan Lendl (94) in der "ewigen" Bestenliste aller Turniersieger, in der US-Ikone Jimmy Connors (109) scheinbar uneinholbar führt.

Sowohl Federer als auch Nadal starten beim ATP-Finale in London (15. bis 22. November). Neben den beiden Superstars sind auch Dominator Novak Djokovic (Serbien), Andy Murray (Großbritannien), Stan Wawrinka (Schweiz), Tomas Berdych (Tschechien), David Ferrer (Spanien) und Kei Nishikori (Japan) beim Abschlussturnier des Jahres 2015 dabei.

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