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Roger Federer stoppte im Viertelfinale Mischa Zverev
Roger Federer stoppte im Viertelfinale Mischa Zverev © Getty Images

München - Roger Federer glänzt nach langer Verletzungspause bei den Australian Open und überrascht damit sich selbst. Die Chance auf den 18. Grand Slam ist groß wie lange nicht.

Man sollte meinen, ein 17-maliger Grand-Slam-Sieger habe nach 20 Jahren alles gesehen und sei nicht mehr zu überraschen – vor allem nicht von sich selbst.

Doch Roger Federer kann kaum glauben, was er in diesen Wochen in Australien auf den Court zaubert. "Ich bin glücklich. Ich hätte nie gedacht, dass ich so gut sein würde - und da bin ich immer noch", sagte der Schweizer nach dem Dreisatzsieg gegen Mischa Zverev im Viertelfinale der Australian Open.

Der "Maestro" ist nur noch zwei Schritte von der Nummer 18 entfernt, der er seit Wimbledon 2012 hinterherläuft. Im Halbfinale wartet Landsmann Stan Wawrinka, im Endspiel könnte es zum Traumfinale mit Rafael Nadal kommen.

Nutzt Federer die große Chance?

Die Chance auf die 18 wird wohl kaum noch mal größer sein als in Australien nach dem verfrühten Aus der Topfavoriten Novak Djokovic und Andy Murray. Federers Triumphzug ist umso erstaunlicher, weil er mit 35 Jahren nach einem halben Jahr Verletzungspause in Melbourne sein Grand-Slam-Comeback feierte.

Während andere hochdekorierte Sportler bei einer langwierigen Knieverletzung in diesem Alter wohl ans Karriereende denken würden, nahm Federer bei seiner Pause "ein letztes Hurra" ins Visier. Dass dies so schnell eintreten könnte, ist allerdings verblüffend.

"Dass ich einen Super-Tag haben kann, das dachte ich mir. Aber ob mehr als das - das war das große Fragezeichen", so Federer: "Bis vor ein paar Tagen wusste ich gar nicht, dass ich auf Stan treffen könnte - weil ich das Tableau so weit vorne gar nicht angeschaut habe! So wenig glaubte ich daran."

Kinder motivieren Federer

Schuld daran sind auch Federers Kinder. "Meine Töchter haben mir gesagt: Bitte verliere nicht, Papi, wir wollen noch ein bisschen bleiben", so Federer: "Sie lieben Australien."

Ausgerechnet Wawrinka, der nach anfänglichen Problemen im Turnier ins Rollen kam, könnte nun zur Endstation werden. Zuvor schwärmt die Nummer Vier der Welt aber von seinem Kontrahenten. "Wir sind alle glücklich darüber, dass er zurück ist und wieder so gut spielt, denn wir schauen ihm ja alle gerne zu", sagte Wawrinka nach seinem Erfolg über Jo-Wilfried Tsonga.

Die Bilanz spricht für Federer, von 21 Duellen hat der Routinier 18 gewonnen. Allerdings ist Wawrinka in der Weltrangliste inzwischen 13 Plätze höher platziert. Federer wagt dennoch eine augenzwinkernde Kampfansage: "Ich freue mich, dass er so weit gekommen ist. Aber jetzt ist es okay, wenn es für ihn fertig ist."

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