vergrößernverkleinern
2017 Australian Open - Day 14
Roger Federer sieht sich nach seinem Triumph bei den Australien Open mit Vorwürfen konfrontiert © Getty Images

Roger Federer sieht sich nach seinem Triumph bei den Australien Open mit Vorwürfen konfrontiert. Es geht um eine Szene, die Nadal den Nerv raubte. Auch Wawrinka bekam den Trick zu spüren.

Normalerweise gilt Roger Federer als astreiner Sportsmann. Der Schweizer ist auch deshalb bei Fans und Gegnern so beliebt, weil er selbst in engen Spielen für den Fair-Play-Gedanken eintritt. 

Bei seinem Triumph bei den Australian Open griff der Tennis-Champion im entscheidenden Moment jedoch zu einer Trickserei, um Rafael Nadal in die Knie zu zwingen.

Im fünften Satz nahm der 35-Jährige eine verletzungsbedingte Auszeit - ein sogenanntes Medical Time-out. Ausgerechnet in jener Phase, in der sein Rivale am Drücker war und Federer der Titel zu entgleiten drohte. 

Durch die Aktion brachte Federer Nadal so aus dem Konzept, dass er im finalen Durchgang ein Comeback schaffte. Aus regeltechnischer Sicht ein legitimes Mittel - moralisch gesehen stößt Federers Verhalten einigen Tennis-Experten sauer auf. 

"Es ist legaler Betrug, aber es ist nicht gerecht"

Ex-Profi Pat Cash, als Experte für BBC Radio Live in Melbourne vor Ort, wetterte nach dem Finalsieg: "Es ist legaler Betrug, aber es ist nicht gerecht. Du kannst bei einem Marathon nicht anhalten, wenn du müde bist."

Bereits im Halbfinale gegen Landsmann Stan Wawrinka hatte der ehemalige Wimbledon-Sieger Cash Federers Verhalten gerügt. 

Der Schweizer reagierte nun auf die Anschuldigungen und wies Vorwürfe der Simulation zurück. 

"Ich hatte seit der zweiten Runde Schmerzen im Bein, konnte sie aber ganz gut umgehen. Ich sagte mir: 'Die Regeln sind da, ich kann sie nutzen'", sagte Federer.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel