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Tommy Haas gab seine Abschiedsvorstellung in Halle © Getty Images

Tommy Haas verliert beim ATP-Turnier in halle gegen einen Australier. Die Zverev-Brüder und der Titelverteidiger stehen dagegen im Achtelfinale.

Tommy Haas hat gelernt, Abschied zu nehmen.

Er hat es in dieser Disziplin beinahe schon zur Meisterschaft gebracht. In Stuttgart schenkte er dem Publikum mit seinem Coup über Roger Federer einen denkwürdigen Moment, im ostwestfälischen Halle rührte er viele Zuschauer immerhin zu Tränen, als er mit Tochter Valentina das Gerry Weber Stadion zum letzten Mal verließ. "Das ist das Sahnehäubchen", sagte Haas selbst sichtlich bewegt.

Haas nimmt Aus gelassen

Gegen den Australier Bernard Tomic war der 39-Jährige beim 4:6, 4:6 in nur 67 Minuten chancenlos, sein Körper hatte ihn in den Tagen zuvor wieder einmal im Stich gelassen. All das sei jedoch sofort vergessen, "wenn ich in die Augen meiner Tochter schaue", sagte Haas anschließend.

Titelverteidiger noch im Rennen

Während der ehemalige Weltranglistenzweite auf seiner Abschiedstournee weiterzieht, schafften fünf seiner zum Teil deutlich jüngeren Kollegen in ihrer Heimat den Einzug in die Runde der besten 16. Keine Blöße gaben sich am Dienstag die Zverev-Brüder und Titelverteidiger Florian Mayer.

Der Routinier aus Bayreuth setzte sich gegen den Franzosen Benoit Paire mit 6:0, 6:4 durch und trifft nun auf dessen Landsmann Lucas Pouille. Der Stuttgart-Sieger warf wie in der vergangenen Woche Lokalmatador Jan-Lennard Struff aus Warstein mit 1:6, 6:3, 6:4 aus dem Turnier.

Alexander Zverev war hochzufrieden mit seinem 6:3, 6:2-Sieg über den Italiener Paolo Lorenzi. "Ich habe gut gespielt, aber jetzt wartet ein schwieriges Match", sagte der Jungstar, der auf seinen Davis-Cup-Kollegen Philipp Kohlschreiber trifft. Ebenfalls am Mittwoch bekommt es Dustin Brown mit dem Spanier Roberto Bautista Agut zu tun.

Jetzt gegen Federer

Alexanders Bruder Mischa hatte den souveränen Erfolg (6:4, 6:4) über den slowakischen Qualifikanten Lukas Lacko schnell abgehakt und beschäftigte sich bereits mit seinem nächsten Gegner: Roger Federer. Beim ersten Duell in Halle vor vier Jahren hatte ihn der Schweizer mit 6:0, 6:0 deklassiert. "Ich bin seitdem erwachsener und körperlich stärker geworden", sagte Zverev, der allerdings weiß, dass Federer nach seiner Pleite in Stuttgart "umso gefährlicher" sein wird.

Der Rekordchampion feierte gegen den Japaner Yuichi Sugita mit 6:3, 6:1 seinen ersten Sieg seit seinem Triumph beim Masters in Miami Anfang April und den 1100. seiner langen und einzigartigen Karriere. Die zweimonatige Pause - die Sandplatzsaison hatte Federer nach seinem sensationellen Saisonauftakt ausgelassen - und die überraschende Niederlage von Stuttgart hatte der achtmalige Halle-Sieger bestens verdaut. Für Federer gilt es, in Form zu kommen für sein großes Ziel: den achten Titel im Tennismekka Wimbledon.

Im All England Club würde auch Haas liebend gerne seine nächste Abschiedsvorstellung geben. Dafür braucht er jedoch eine Wildcard. Am Dienstag wartete Haas zunächst vergeblich auf den versprochenen Anruf aus London. Er wäre vorbereitet auf den letzten Akt in Wimbledon, Tochter Valentina auch.

 

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