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Trainerin Barbara Rittner (r.) gibt Sabine Lisicki Tipps
Trainerin Barbara Rittner (r.) gibt Sabine Lisicki Tipps © Getty Images

Sotschi - Das Finale im Fed Cup liegt in weiter Ferne: Sowohl Sabine Lisicki als auch Julia Görges verlieren ihre Einzel. Das deutsche Team steht vor einer wahren Herkulesaufgabe.

Sabine Lisicki verließ bitter enttäuscht den Centre Court von Sotschi, während Teamchefin Barbara Rittner sichtlich unter Schock stand: Nach einer missglückten Personal-Rochade ist die zweite Endspiel-Teilnahme der deutschen Fed-Cup-Mannschaft in weite Ferne gerückt.

Das DTB-Quartett liegt im Halbfinale gegen Gastgeber Russland 0:2 in Rückstand und muss am Sonntag alle drei noch ausstehenden Matches gewinnen, um zum insgesamt achten Mal das Endspiel zu erreichen. Noch nie war es einer deutschen Auswahl im Fed Cup bislang gelungen, einen derartigen Rückstand noch in einen Erfolg umzuwandeln (DATENCENTER: Ergebnisse/Spielplan).

Eine bessere Ausgangsposition verspielte ausgerechnet die zuletzt so formstarke Lisicki (Nr. 19), die bei der 6:4, 6:7 (4:7), 3:6-Niederlage gegen Anastasia Pawljuschenkowa (Nr. 38) ihrer Favoritenrolle nicht gerecht wurde. Die ehemalige Wimbledonfinalistin vergab beim Stand von 6:5 im zweiten Satz sogar einen Matchball und brach im dritten Durchgang komplett ein.

"Ich würde es wieder so machen"

"Ab Mitte des zweiten Satzes fand ich sie zu passiv", sagte Rittner bei Sat.1 Gold: "Sie war heute ein wenig ratlos, sie hat die richtige Mischung nicht gefunden. Ich war mir relativ sicher, dass sie das gewinnt."

Zuvor hatte die überraschend im Einzel aufgebotene Julia Görges (Nr. 63) 4:6, 4:6 gegen die russische Topspielerin Swetlana Kusnezowa (Nr. 24) verloren.

Damit gingen die beiden äußerst gewagten Schachzüge von Rittner nach hinten los. Die 41-Jährige hatte am Freitag bei der Auslosung überraschend auf die Nominierung ihrer beiden Topspielerinnen Andrea Petkovic (Nr. 11) und Angelique Kerber (Nr. 14) verzichtet. Das Duo war nach dem Turnier in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina erst am Mittwochfrüh um 2.13 Uhr in Sotschi gelandet und plagte sich mit dem Jetlag.

Rittner kann korrigieren

"Für mich war das die einzige Lösung für den heutigen Tag, auch in Rücksprache mit den Spielerinnen", sagte Rittner: "Ich würde es wieder so machen. Letztlich bin ich schuld, ich stelle ja auf."

Allerdings machen es die Regularien des Weltverbandes ITF möglich, dass Rittner sowohl Petkovic als auch Kerber am Sonntag einsetzen könnte - und wohl auch wird.

Bislang sind für das Spitzeneinzel am Sonntag (ab 12 Uhr in den LIVESCORES) Lisicki und Kusnezowa sowie Görges und Pawljuschenkowa aufgestellt. Für das Doppel wurden pro forma Petkovic und Kerber nominiert, die gegen Wesnina/Zwonarewa antreten würden.

Zu viele "Unforced Errors"

Die sichtlich nervöse Lisicki erlaubte sich vor 3800 Zuschauern in der Adler Arena insgesamt 63 unerzwungene Fehler bei 36 Winnern. Dabei hatte das Spiel für die 25-Jährige gut begonnen. Nach zwei Breaks holte sich Lisicki nach 42 Minuten den ersten Satz, agierte in der Folge aber zu inkonstant. Im entscheidenden Durchgang geriet sie schnell mit 0:4 in Rückstand, kämpfte sich aber immerhin noch auf 3:5 heran. Doch Pawljuschenkowa behielt die Nerven und verwandelte nach 2:29 Stunden ihren dritten Matchball.

Auch "Joker" Görges leistete sich gegen Kusnezowa zu viele "unforced errors" (45). "Es gab jeweils zwei Spiele in jedem Satz, in denen ich nicht gut gespielt habe", sagte Görges: "Meine Vorhand hatte nicht immer genug Spin und war manchmal zu lang. Aber etwas anderes kann ich mir nicht vorwerfen." Ihre Aufschläge gab die 26-Jährige jeweils beim Stand von 4:4 ab.

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