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Andrea Petkovic sorgte mit ihrem Sieg für die Entscheidung gegen Rumänien
Andrea Petkovic sorgte mit ihrem Sieg für die Entscheidung gegen Rumänien © Getty Images

Drama-Queen Andrea Petkovic sorgt in einem Tennis-Krimi für den entscheidenden Punkt gegen Rumänien. Dabei wehrt sie sogar Matchbälle ab. Zuvor beeindruckt Angelique Kerber.

Andrea Petkovic kniete nach der Erlösung mitten auf dem Court, küsste den Sand - und dann ihren Schläger: Im Hexenkessel von Cluj haben sie und Angelique Kerber kühlen Kopf bewahrt und den Klasserhalt der deutschen Fed-Cup-Mannschaft gesichert.

Den entscheidenden Punkt zum 3:1 und dem Verbleib in der Weltgruppe holte im Play-off-Duell gegen Gastgeber Rumänien (4:1) die Weltranglisten-30. Petkovic, die dabei sogar zwei Matchbälle abwehrte.

"Mit diesen Emotionen und der Rückendeckung des Teams geht alles. Ich war müde, die Beine haben gebrannt, aber dieser Sieg war mir so wichtig", meinte die 28-Jährige und verriet: "Der Sand hat nach Walnuss geschmeckt."

Petkovic von Krämpfen geplagt

Nach der Höchststrafe im ersten Satz stemmte sich die Darmstädterin vor 7500 euphorischen Zuschauern mit Bravour gegen die drohende Niederlage und gewann mit 0:6, 7:6 (7:1), 6:3 gegen Monica Niculescu. Danach kniete Petkovic vor Freude auf dem Platz.

In der Pressekonferenz wurde die Hessin von Krämpfen geplagt.

Damit kann das DTB-Team um Bundestrainerin Barbara Rittner 2017 einen neuen Anlauf auf den dritten Fed-Cup-Titel einer DTB-Equipe nach 1987 und 1992 nehmen.

Kerber legt Grundstein zum Erfolg

Den Grundstein zum Erfolg hatte zuvor die wiedererstarkte Kerber durch eine 6:2, 6:2-Gala im Spitzeneinzel gegen Volksheldin Simona Halep (WTA-Nr. 6) gelegt - es war der zweite Sieg der Australian-Open-Gewinnerin am Wochenende.

"Ich habe meinen Rhythmus wiedergefunden und bin fast wieder bei 100 Prozent", sagte die Weltranglistendritte Kerber, die nach ihrem ersten Grand-Slam-Coup im Januar in Melbourne in ein sportliches Loch gefallen war.

Kerber nahm der leicht angeschlagenen Volksheldin Halep im ersten Satz gleich drei Mal den Aufschlag ab. Halep war beim Sieg gegen Petkovic am Samstag umgeknickt, weshalb sie mit einem getapten Fußgelenk spielte.

Petkovic erneut als Drama-Queen

Petkovic machte ihrem Ruf als Drama-Queen in Transsilvanien vor den Toren des Dracula-Schlosses wieder einmal alle Ehre. Bereits beim 4:6, 7:6 (7:5), 4:6 am Vortag gegen die ehemalige French-Open-Finalistin Halep hatte die Hessin stark gespielt, aber nach 2:49 Stunden dann doch verloren.

Rund 24 Stunden später erlebten "Petko" und das mitfiebernde Betreuerteam erneut eine emotionale Achterbahnfahrt. Die 28-Jährige kassierte im ersten Satz gegen Niculescu sogar die Höchststrafe (0:6) und machte dabei insgesamt nur zwölf Punkte.

Doch danach stellte sich Petkovic immer besser auf den unorthodoxen Stil der Rumänin ein, die fast nur mit der unterschnittenen Vorhand agierte. Im zweiten Satz wehrte die deutsche Nummer zwei beim Stand von 5:6 gleich zwei Matchbälle ab - den ersten mit einem gewagten Return-Gewinnschlag.

Kerber in bestechender Form

Die Stimmung in dem seit Wochen ausverkauften Sala Polivalenta erreichte dann ihren Siedepunkt. Petkovic zeigte immer wieder die Faust - und die 150 deutschen Fans meldeten sich danach mit "Petko"-Sprechchören lautstark zu Wort.

Bereits am ersten Tag hatte sich Kerber in bestechender Form präsentiert und beim 6:2, 6:3 gegen Irina-Camelia Begu für einen Auftakt nach Maß gesorgt.

Petkovic hatte danach im Duell mit Halep, die in ihrer Heimat den Helden-Status genießt, vor einer Überraschung gestanden, musste sich dann aber nach 2:49 Stunden doch mit 4:6, 7:6 (7:5), 4:6 geschlagen geben.

"Es ist immer noch mein Traum, irgendwann einmal diese verdammte Fed-Cup-Trophäe zu gewinnen", sagte Petkovic. Im Fall des ersten Abstiegs seit 2012 hätte die Rittner-Auswahl frühstens in zwei Jahren wieder einen Anlauf auf den Titel nehmen können.

Auch das Doppel gewinnt

Annika Beck (Bonn) und Julia Görges (Bad Oldesloe) gewannen zum Abschluß das bedeutungslose Doppel gegen Irina-Camelia Begu/Alexandra Dulgheru mit 6:7 (5:7), 7:6 (7:4), 10:7 zum 4:1-Endstand.

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