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Germany v Switzerland - 2016 FedCup Day 1
Andrea Petkovic unterliegt Simona Halep © Getty Images

Petkovic unterliegt Halep im Fed Cup trotzt einer ordentlichen Leistung. Die durch Kerber zum Auftakt des Playoff-Duells mit Rumänien erspielte Führung ist dahin.

Im Hexenkessel von Cluj hat Angelique Kerber kühlen Kopf bewahrt und mit einer starken Vorstellung die Hoffnungen der deutschen Fed-Cup-Mannschaft auf den Klassenerhalt in der Weltgruppe genährt.

Die Australian-Open-Siegerin hatte den Finalisten von 2014 im Playoff-Duell mit Gastgeber Rumänien in Führung gebracht - danach musste Andrea Petkovic trotz harter Gegenwehr und einer ebenfalls formidablen Leistung den 1:1-Ausgleich hinnehmen.

Die deutsche Nummer zwei Petkovic wehrte sich beim 4:6, 7:6 (7:5), 4:6 in 2:49 Stunden gegen die rumänische Volksheldin Simona Halep (WTA-Nr. 6) nach Kräften. "Ich könnte jammern, aber es bringt ja nichts. Ich war entschlossen, aber ich hatte zwei, drei Momente, in denen ich nicht so fokussiert war", sagte Petkovic.

Halep behält die Nerven

Die Überraschung lag in der Luft - am Ende erwies sich die ehemalige French-Open-Finalistin Halep aber als die konstantere Spielerin. Im entscheidenden Satz nahm sie der Weltranglisten-30. Petkovic den Aufschlag zum Matchgewinn ab und hielt dem enormen Druck ihrer Landsleute stand.

Doch auch die souveräne Vorstellung von Kerber (WTA-Nr. 3) beim 6:2, 6:3 gegen Irina-Camelia Begu (WTA-Nr. 35) darf dem DTB-Team Mut für den entscheidenden zweiten Spieltag am Sonntag machen.

Sollte das DTB-Quartett im Herzen von Transsilvanien verlieren, würde es erstmals seit 2012 wieder in die Zweitklassigkeit absteigen. In diesem Fall könnten Kerber & Co. wohl frühstens 2018 nach dem ersehnten Titel greifen. Allerdings gäbe es dann noch die kleine Hoffnung, dass die Internationale Tennis-Federation (ITF) die Weltgruppe bereits Ende 2016 reformiert und von acht auf 16 Teams aufstockt.

Kerber bleibt cool

Kerber ließ sich auch von 7350 lautstarken rumänischen Fans in der seit Wochen ausverkauften Arena nicht beirren. "Das war eine mega Atmosphäre, ich habe es genossen. Der Schlüssel war, dass ich aggressiv gespielt und das Match selbst diktiert habe", sagte die Linkshänderin.

Kerber präsentierte sich von Beginn an hochkonzentriert und breakte Begu sofort im ersten Spiel. Im Auftaktdurchgang erlaubte sich die Favoritin gerade einmal sieben unerzwungene Fehler. Mit ihrem zweiten Ass verwandelte Kerber den ersten Satzball.

Von einer Erschöpfung, wegen der sie genau eine Woche zuvor das Halbfinale des WTA-Turniers in Charleston aufgeben musste, war bei der Grand-Slam-Siegerin nichts mehr zu spüren.  

Einen ersten Eindruck von der hitzigen, aber jederzeit fairen Atmosphäre hatte die Mannschaft von Rittner bereits beim Einmarsch bekommen. Mit unzähligen Flaggen und Sprechchören begrüßten die Zuschauer das Team um Nationalheldin Halep frenetisch. Die 150 deutschen Fans mühten sich redlich, entsprechend dagegenzuhalten.

Kerber, die Begu bereits im Viertelfinale von Charleston klar bezwungen hatte, ließ auch im zweiten Satz nicht nach. Nach zwei frühen Breaks führte die 28-Jährige schnell mit 4:1 und zwang Begu durch ihre kontrollierte Spielweise immer wieder zu Fehlern.

Kerber fordert Halep

Am Sonntag (ab 12.00 Uhr LIVESCORES) spielen im Spitzeneinzel zunächst Kerber und Halep gegeneinander. "Es wird ein schweres Match mit langen Ballwechseln", prognostizierte die Kielerin.

Danach trifft Petkovic auf Begu. Für das Doppel hatte Rittner pro forma die Kombination Annika Beck (Nr. 41)/Julia Görges (Nr. 59) nominiert. Die Gastgeberinnen wollen mit Monica Niculescu/Alexandra Dulgheru antreten.

Rittner hat allerdings am Sonntag noch die Möglichkeit, Veränderungen an der Aufstellung vorzunehmen. 

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