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Julia Görges kam bei den Australian Open bis ins Achtelfinale
Julia Görges kam bei den Australian Open bis ins Achtelfinale © Getty Images

Stuttgart - Fast wäre Julia Görges in der Versenkung verschwunden. Nach dem Befreiungsschlag bei den Australian Open darf sie im Fed Cup sogar aufs Einzel hoffen. Mit neuem Selbstbewusstein will Görges noch mehr.

Die freien Tage zwischen ihrer Wiederauferstehung in Melbourne und dem Fed Cup in Stuttgart nutzte Julia Görges zum Wäschewaschen.

Es hatte sich einiges angesammelt, weil ihr Aufenthalt Down Under ungewöhnlich lang ausfiel. Während ihre Teamkolleginnen den Frust der Erstrundenpleiten auf dem Trainingsplatz bewältigten, nahm sich Görges Zeit für ihre Schmutzwäsche und zur Erholung.

Ein Virus hatte die Norddeutsche in Australien erwischt. Ihrem Aus im Einzel-Achtelfinale folgte daher die Aufgabe im Doppel-Halbfinale an der Seite von Anna-Lena Grönefeld. Zurückgeblieben ist nur ein leichter Schnupfen. Aber keine Sorge: "Am Wochenende werde ich fit sein."

Julia Görges scheiterte bei den Australian Open erst im Achtelfinale
Julia Görges scheiterte bei den Australian Open erst im Achtelfinale © Getty Images

Görges wieder da

Ihre Form, das weiß auch Bundestrainerin Barbara Rittner, hat Görges längst wiedergefunden.

Nach ziemlich genau zwei völlig verkorksten Jahren und dem Absturz bis an den Rand der Top 100 zahlt sich die lange Wintervorbereitung am anderen Ende der Welt nun aus.

Hoffen auf Chance im Fed Cup

Plötzlich ist Görges eine Option für die Einzel in der Fed-Cup-Begegnung mit Australien (Samstag ab 13.00 Uhr und Sonntag ab 12.30 Uhr).

"Das Einzel ist definitiv ein Ziel von mir", sagt Görges mit neuem Selbstbewusstsein: "Ich warte ab, was Barbara sagt, es geht ja ums Team."

Angelique Kerber ist als Nummer eins gesetzt, doch weder vor Andrea Petkovic noch vor Sabine Lisicki muss sich Görges derzeit verstecken.

Von der Streichkandidatin zur Einzel-Option

Noch beim verlorenen Finale im November in Prag war Görges die klare Nummer vier, musste sogar bangen, ihren Platz an Doppelspezialistin Grönefeld zu verlieren. Was hat sich seitdem verändert?

"Ich habe nichts anderes gemacht. Mein Team ist gleich geblieben", antwortet Görges. Allerdings habe sie immer an sich geglaubt, "irgendwann musste ich die Trainingsleistungen wieder auf den Platz bringen".

Görges will zurück in die Top 20

Genugtuung gegenüber allen Spöttern, die ihr Beratungsresistenz vorwarfen, verspürt Görges nicht. "Eher Bestätigung", dass ihr Weg aus der Krise der richtige war. "Viele Leute wissen vieles besser", sagt Görges, "aber ich bin die Spielerin, die letztlich auf dem Platz die Leistung bringen muss".

Konstant gute Leistung soll sie zurück unter die Top 20 führen. "Das ist keine Utopie, das ist ein gesundes Ziel, da war ich schonmal", sagt Görges. Dazu das Doppel-Masters der acht besten Paarungen mit Grönefeld und irgendwann der Fed-Cup-Triumph.

Deutschland unterlag im Finale des Fed Cup 2014 Tschechien
Deutschland unterlag im Finale des Fed Cup 2014 Tschechien © Getty Images

Finale macht Lust auf mehr

Das Endspiel gegen Tschechien hat Görges Lust auf mehr gemacht, es wirkte für sie wie ein Motor für die beschwerliche Vorbereitung.

"Es hat mich berührt, auf dem Podium zu stehen. Unser Ziel muss es sein, auch mal in die große Schüssel reinzuschauen und diese Goldschnipsel auf uns regnen zu lassen", sagte Görges noch in Prag.

Sie selbst ist bereit, schon in Stuttgart Verantwortung zu übernehmen. Auch ihre Wäsche ist längst getrocknet.

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