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Novak Djokovic
Novak Djokovic zog gegen Philipp Kohlschreiber souverän ins Viertelfinale der US Open ein. © Getty Images

New York City - Novak Djokovic dominiert wieder bei den US Open. Das liegt auch an Trainer Boris Becker, meint Philipp Kohlschreiber.

Nach seinem Achtelfinalsieg über Philipp Kohlschreiber wollte jemand von Novak Djokovic wissen, ob die US Open (täglich ab 17 Uhr im LIVE-TICKER) nun auch für ihn beginnen würden.

Immerhin stehe am Mittwoch das Duell mit Olympiasieger Andy Murray an, alle Gegner zuvor seien doch wie aus einer Schülermannschaft gewesen. Djokovic blickte dem Fragesteller in die Augen und sagte: "Ich glaube, das zu behaupten, wäre nicht nett."

Im Gegenteil: Es wäre sogar "total respektlos".

22. Grand-Slam-Viertelfinale in Folge

Seine gute Kinderstube verbietet es Djokovic, auch nur ein abschätziges Wort über seine unterlegenen Kontrahenten zu verlieren. Besonders dann, wenn er sie zuvor dominiert hat.

Im Schnitt sieben Spiele gab der Weltranglistenerste in seinen ersten vier Matches ab, Djokovic rauscht widerstandslos durch das Turnier und steht zum 22. Mal nacheinander im Viertelfinale eines Grand Slam.

Gegen Kohlschreiber, diesen Eindruck konnte man bekommen, stellte sich der Serbe sogar selbst auf die Probe: Eine von zwei Breakchancen, die er beim souveränen Dreisatzsieg zuließ, bedeutete Satzball für den Augsburger.

Mit einem Vorhandpassierball befreite sich Djokovic aus der brenzligen Situation. Kein schlechter Test für die Aufgaben, die auf den Titelfavoriten in New York noch warten.

Duell der Kumpels

"Es ist doch klar, dass die Gegner immer besser werden, je länger das Turnier dauert", sagte Djokovic. Ein Viertelfinale gegen Andy Murray sei allerdings eine richtig harte Auslosung.

Zum letzten Mal standen sich die beiden Jugendfreunde in New York im Finale vor zwei Jahren gegenüber.

Murray triumphierte in fünf Sätzen und gewann sein erstes Major. "Andy weiß, wie man auf dem Center Court der US Open spielt", sagte Djokovic.

Djokovic mit Vorteilen gegen Murray

Nach einem schwierigen Jahr scheint der Brite rechtzeitig zur Neuauflage des Endspiels wieder da zu sein. Sein Sieg über den formstarken Franzosen Jo-Wilfried Tsonga (7:5, 7:5, 6:4) war sein erster Erfolg über einen Top-10-Spieler seit seinem historischen Wimbledonsieg im Jahr 2013.

Auch damals hatte er Novak Djokovic in einem Grand-Slam-Finale bezwungen. Die Erfahrung aus den beiden Endspielen werde ihm sicher helfen, sagte Murray.

Der Favorit beim ersten großen Showdown im Arthur Ashe Stadium bei der diesjährigen Auflage der US Open ist allerdings Djokovic.

Kohlschreiber: Becker hat Anteil am Erfolg

Der amtierende Wimbledonsieger hat sein kurzes Sommertief überwunden, als er bei zwei Turnieren bereits im Achtelfinale ausgeschieden war. "Das hat ihn nicht groß gekümmert", erzählte Kohlschreiber, der vor den US Open mit Djokovic trainiert hatte: "Jetzt kommt ein Kracher, aber keine Frage: Novak ist in Form."

Für Kohlschreiber hat Chef-Coach Boris Becker großen Anteil daran. "Boris hat etwas Spezielles, wie er Tennis denkt, ist interessant", sagte Kohlschreiber.

Djokovic selbst bestätigte, dass er mit Becker am Offensivspiel feile. "Ich möchte den ersten Schlag nach dem Aufschlag oder Return aggressiver spielen", sagte er.

Und fügte an: "Ich weiß, ich bin stark in der Defensive. Aber warum sollte ich so viel Energie verbrauchen, wenn ich die Ballwechsel schon mit dem ersten, zweiten oder dritten Schlag beenden kann?"

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