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Andrea Petkovic, Melbourne, Australian Open, 2014
Andrea Petkovic scheiterte bei den Australian Open 2014 bereits in der ersten Runde © getty

Melbourne - Verletzungen, Aberglaube, Dämonen: Die Australian Open sind kein gutes Pflaster für Andrea Petkovic. Vor dem Start kämpft sie mit der Psyche.

Melbourne - Die Dämonen sind allgegenwärtig am anderen Ende der Welt. Wie immer zu Jahresbeginn bei Andrea Petkovic.

"Ich versuche alles: Mental-Trainer, Psychologe, aber das Herz rutscht mir hier immer in die Hose", sagte die Weltranglisten-13. vor Beginn der Australien Open in Melbourne (ab 1 Uhr im LIVE-TICKER).

Im Gegensatz zu ihren ebenfalls gesetzten Fed-Cup-Kolleginnen Angelique Kerber und Sabine Lisicki greift Petkovic allerdings erst am Dienstag ins Geschehen ein (DATENCENTER: WTA-Weltrangliste).

Viele Verletzungen in Melbourne erlitten

Im Erstrundenduell mit Hobart-Finalistin Madison Brengle aus den USA ist die Darmstädterin trotz ihrer Australien-Phobie hohe Favoritin.

Dabei liegt ihr letzter Sieg in Melbourne schon vier Jahre zurück (DATENCENTER: WTA-Ergebnisse).

Petkovic und Down Under - es ist seit jeher eine gefährliche Kombination mit Drama-Potenzial. 2008 riss ihr beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison das Kreuzband.

In den Jahren darauf brach sich die 27-Jährige in Sydney das Iliosakralgelenk im Rücken und wurde zwölf Monate später in Perth von einem Meniskusriss gestoppt.

"Überleben und heil zurückkommen"

"Deswegen ist mein erstes Ziel: Überleben und heil wieder zurückkommen", sagte Petkovic.

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Die French-Open-Halbfinalistin wartet 2015 nach zwei Erstrunden-Niederlagen in Brisbane und Sydney noch auf ihren ersten Sieg.

"Ich war schon ziemlich verunsichert. Zumal ich mir immer extrem Druck mache und eine Saison unbedingt gut anfangen will", meinte "Petko", die am Sonntag nach dem einstündigen Training auf Platz 11 im Melbourne Park recht zuversichtlich wirkte.

Aberglaube macht es nicht besser

Bundestrainerin Barbara Rittner beobachtete in den vergangenen Tagen genau jede Übungseinheit ihres Schützlings und kennt die mentalen Schwierigkeiten vor dem Startschuss.

"Wer Andrea kennt, der weiß, dass sie die letzten Ergebnisse nicht ruhiger gemacht haben", sagte Rittner.

Und die selbstkritische Petkovic ist noch dazu recht abergläubisch. Weil sie sich damals vor sieben Jahren ihre schwere Knieverletzung in der Hisense Arena zugezogen hatte, meidet sie diesen Court wie der Teufel das Weihwasser.

"Da stehe ich lieber früher auf und trainiere auf irgendeinem anderen Platz", berichtete die deutsche Nummer zwei, die ausgerechnet bei den Australian Open 2011 zum ersten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier im Viertelfinale stand.

Gefühlschaos pur

Gefühlschaos pur also bei Petkovic. "Australien ist ein aufregendes Land mit tollen Leuten, aber die Dämonen kommen halt immer wieder. Das muss ich akzeptieren", sagte sie.

In Melbourne schlendert die ehemalige Nummer neun der Welt am liebsten durch den Royal Botanic Gardens und wohnt in der hippen Chapel Street.

Insgesamt stehen beim mit einem Rekordpreisgeld von umgerechnet rund 28,3 Millionen Euro dotierten Hartplatzturnier 17 deutsche Profis im Hauptfeld - neun Frauen und acht Männer.

Davon ist bei den Herren nur der Augsburger Philipp Kohlschreiber gesetzt. Titelverteidiger sind Davis-Cup-Sieger Stan Wawrinka aus der Schweiz sowie die Chinesin Li Na, die inzwischen ihre Karriere allerdings beendet hat.

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