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Finalist Andy Murray mit Trainerin Amelie Mauresmo bei den Australian Open
Andy Murray überschüttete seine Trainerin Amelie Mauresmo vor dem Finale der Australian Open mit Lob © getty

Melbourne - Andy Murray hält nach seinem Finaleinzug bei den Australian Open eine Lobrede auf Amelie Mauresmo und wirbt für weibliche Coaches. Navratilova schwärmt vom Schotten.

Andy Murray richtete bewegende Worte an eine der Frauen in seiner Box. Doch die Angesprochene war nach dem Final-Einzug des Schotten bei den Australian Open nicht seine Verlobte Kim Sears.

Dem 27-jährigen Murray schien es trotzdem eine Art Herzensangelegenheit zu sein, seiner Trainerin Amelie Mauresmo auf der großen Bühne die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, auf die die Französin bislang verzichten musste.

"Ich finde, Amelie ist fantastisch. Viele haben mich dafür kritisiert, dass ich mit ihr zusammenarbeite", sagte der Weltranglisten-Sechste und brach dann eine Lanze für den überschaubaren Kreis an Trainerinnen im Tennis-Zirkus: "Ich denke, wir haben in dieser Woche gezeigt, dass
auch Frauen gute Coaches sind."

Erfolge für Davenport und Manjukowa

Beispiele für erfolgreiche Trainerinnen gab es gerade in Melbourne genügend. Die ehemalige Nummer eins Lindsay Davenport hatte unbestritten einen großen Anteil daran, dass die 19-jährige Madison Keys (USA) in ihr erstes Grand-Slam-Halbfinale einzog.

Und auch bei Jekaterina Makarowa (Russland), die in Melbourne ebenfalls in der Vorschlussrunde stand, hat in Jewgenia Manjukowa eine Frau
das Sagen.

Doch gerade im Männer-Bereich haben die starken Damen weiterhin einen schweren Stand. "Das ist absolut ungerecht, aber es ist so",
bestätigte Murray, der von seiner bekannten Mutter Judy das Tennisspielen erlernte.

Auch der Warsteiner Jan-Lennard Struff setzt in Ute Strakerjahn auf eine Frau.

Mauresmo betreute zuvor Michael Llodra

Die Verbindung Murray/Mauresmo hatte Ende des vergangenen Jahres harsche Kritik geerntet, nachdem der Wimbledonsieger von 2013 eine
relativ schwache Saison gespielt hatte. Tiefpunkt war die 0:6, 1:6-Pleite beim ATP-Finale in London gegen Roger Federer (Schweiz).

"Die Leute taten so, als sei es Amelies Schuld, wie ich gespielt habe", meinte Murray. Dabei hatte die schottisch-französische Paarung vor dem Trainingsblock in der Winterpause kaum die Möglichkeit gehabt, über längere Zeit miteinander zu arbeiten.

Mauresmo, früher selbst die Nummer eins der Welt, Wimbledonsiegerin und Australian-Open-Champion, hatte bereits an der Seite ihres Landmannes Michael Llodra Erfahrungen auf der ATP-Tour gesammelt.

Und die 35-Jährige macht keinen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Schützlingen. "Für mich ist es nur interessant, Andy zu helfen", sagte Mauresmo. Der Rest sei "eine schöne Geschichte" für die Medien.

Die Verlobte und das F-Wort

Für Ikone Martina Navratilova ist der enorme Einfluss der französichen Fed-Cup-Teamchefin auf Murray deutlich erkennbar.

"Mein Eindruck von Andy ist prächtig. So gut habe ich ihn noch nie gesehen", lobte Navratilova den Olympiasieger von 2012, der am
Sonntag im Finale (9.15 Uhr im LIVETICKER) auf den topgesetzten Novak Djokovic (Serbien) trifft.

Seine Verlobte indes brachte Murray nach dem Halbfinalduell mit Tomas Berdych (6:7, 6:0, 6:3, 7:5) in Zugzwang. Kim Sears benutzte während des Matches mehrmals das "F-Wort" im Zusammenhang mit dem Tschechen.

"In einem hitzigen Moment kann einem da schon etwas herausrutschen, das du hinterher bereust. So ist es halt", sagte Murray - und bat um Entschuldigung.

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