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Tennis-Australian-Open-2015
Maria Scharapowa ließ Shootingstar Eugenie Bouchard keine Chance © Getty Images

Nachdem Maria Scharapowa im Glamour-Duell von Melbourne den Angriff ihrer potenziellen Nachfolgerin Eugenie Bouchard ganz cool abgewehrt hatte, blieben ihr die obligatorischen Fragen von Vater Juri erspart. "Wenn ich zuviel auf dem Platz leide, dann will er am Telefon immer wissen, wieso ich mir das alles überhaupt antue", berichtete Scharapowa (Nr. 2) nach dem 6:3, 6:2 im Viertelfinale der Australian Open gegen den chancenlosen kanadischen Jungstar Bouchard (Nr. 7).

Scharapowa als Bouchards Angstgegnerin

Scharapowas beeindruckende Machtdemonstration ließ sogar die ansonsten mit einem überbordenden Selbstvertrauen ausgestattete Bouchard demütig werden. "Gegen die großen Spieler muss man eben jede Chance nutzen. Ich wollte das Turnier gewinnen, aber jetzt muss ich weiter hart arbeiten", meinte die 20-Jährige. Gegen Scharapowa (27), die im Halbfinale am Donnerstag auf Jekaterina Makarowa (Russland/Nr. 10) trifft, kassierte Bouchard im vierten Duell ihre vierte Niederlage.

Erhoffte Spannung kaum zu sehen

Das einseitige Match der "Golden Girls" (The Age) in der Rod-Laver-Arena konnte an einem ungewöhnlich frischen australischen Sommertag (18 Grad) die Erwartungen nicht erfüllen. Dabei hatte die Daily Mai ein "hypnotisierendes Duell der schönen Charismatikerinnen" angekündigt. Es wird also wohl noch ein bisschen dauern, bis Bouchard auch in sportlicher Hinsicht in die Fußstapfen einer fünfmaligen Major-Siegerin Scharapowa treten kann.

Nicht nur sportlich erfolgreich

Aus rein vermarktungstechnischer Sicht ist "Genie" bereits auf dem besten Weg, zumindest in Reichweite der bestverdienenden Sportlerin der Welt zu kommen. Scharapowa kassierte laut Forbes-Liste 2014 rund 24,4 Millionen US-Dollar - rund 80 Prozent davon aus Werbeeinnahmen.

Bouchard hat jüngst einen Deal mit dem Vermarktungsriesen IMG abgeschlossen, der auch einen Model-Vertrag beinhaltet. Und viele Kenner der Szene sehen in der 1,78 Meter großen Blondine die künftige Nummer eins. "Genie ist stabil wie Marmorstein", sagte die frühere Nummer eins Chris Evert über Bouchard.

Ratschläge für Bouchard

Scharapowa, die mit dem bulgarischen Kollegen Grigor Dimitrow liiert ist, hat für ihre potenzielle Nachfolgerin dann noch ein paar Ratschläge parat. "Man sollte stets seinen eigenen Weg gehen. Ich wurde früher immer mit Anna Kurnikowa verglichen", berichtete die Wahl-Amerikanerin, "aber ich wollte nicht die nächste Kurnikowa sein, sondern die erste Maria Scharapowa."

Was ihr prächtig gelungen ist. Im Gegensatz zu ihrer hübschen russischen Landsfrau, der nie ein Turniersieg im Einzel gelang, gehört Scharapowa auf dem Platz zu den größten Spielerinnen der Geschichte. "Sie ist die ultimative Kämpferin. Kaum eine andere arbeitet im Training so hart wie sie", lobte Dimitrow die 27-Jährige, die Wohnsitze in Los Angeles/Kalifornien und Bradenton/Florida hat.

Singleleben als Kampfansage

In der Öffentlichkeit sieht sich "La Schara" oft nicht richtig dargestellt. "Ich bin in der Lage, ein normales Leben zu führen, und habe Spaß an den kleinen Dingen", sagte sie und will nichts von ihrem Diva-Image wissen.

Bouchard jedenfalls machte Scharapowa indirekt schon einmal eine besondere Kampfansage. Um der Russin auch sportlich das Wasser reichen zu können, will die Kanadierin erst einmal Single bleiben. "Ich bin es gewohnt, die Jungs zu ignorieren. Denn ich bin ein Tennisprofi und brauche meine Stunden, um zu trainieren", betonte Bouchard.

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