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Carina Witthöft scheitert im Achtelfinale von Stuttgart
Carina Witthöft steht in der dritten Runde der Australian Open. © Getty Images

Melbourne - Sie ist erst 19 Jahre alt, wird von ihrer Mutter trainiert und hat eine mögliche Gegnerin als großes Vorbild - und trotzdem hält Carina Witthöft die Fahne der deutschen Tennis-Frauen in Melbourne hoch.

Nach ihrem Auftaktsieg gegen die Spanierin Carla Suarez Navarro ließ sich ihr Management nicht lumpen. Als Belohnung für den überraschenden Erfolg gab es für Carina Witthöft Karten für ein Konzert ihrer Lieblingssängerin: Helene Fischer.

Gut möglich, dass die Geschenke schon bald deutlich größer ausfallen müssen. Denn die 19-jährige Witthöft steht nach ihrem Zweitrunden-Sieg gegen Christina McHale nun in Runde drei der Australian Open - und hat noch Großes vor. Ihr Wunsch: Eine Partie gegen ihr Vorbild, ihr Idol: Maria Scharapowa.

Duell gegen Scharapowa?

"Wäre doch cool", sagte sie mit Blick auf ein mögliches Viertelfinal-Duell mit Scharapowa. Zwei Siege ist die Weltranglisten-104. aus Hamburg nach ihrem bislang größten Erfolg theoretisch noch von einem Match gegen die an Nummer zwei gesetzte russische Tennis-Diva entfernt.

Doch schon durch ihren ersten Drittrunden-Einzug bei einem Grand-Slam-Turnier hat Witthöft zu spüren bekommen, welche Strahlkraft Siege bei den Majors haben. "Ich habe richtig viele Nachrichten auf mein Smartphone bekommen. Von Oma und Opa, Familie und Freunden, obwohl es in Deutschland bei meinem Sieg ja mitten in der Nacht war", meinte Witthöft nach dem 6:3, 6:0 gegen die im Ranking um 50 Plätze besser positionierte Christina McHale (USA).

TENNIS-AUS-OPEN
Carina Witthöft nach ihrem Erfolg gegen Christina McHale. © Getty Images

Auch Bundestrainerin Barbara Rittner ist angetan von den Leistungen ihres Schützlings aus dem Nachwuchsteam: "Besser geht's nicht. Carina spielt unbeschwert auf."

Durch ihren bisherigen Erfolg stellt Witthöft nicht nur sich selbst in Rampenlicht, sie poliert auch das bescheidene Abschneiden ihrer Teamgefährtinnen ein wenig auf. Lediglich Julia Görges folgte Witthöft am bislang heißesten Turniertag in die dritte Runde. Angelique Kerber? Sabine Lisicki? Die beiden großen Hoffnungsträgerinnen? Beide schon ausgeschieden.

Görges behielt beim 6:3, 4:6, 6:2 gegen Klara Koukalova (Tschechien) kühlen Kopf und ist nur noch einen Erfolg von ihrem insgesamt dritten Achtelfinal-Einzug in Melbourne entfernt.

Lob von der Teamkollegin

"Ich fühle mich hier einfach sehr wohl, es ist mein Lieblings-Grand-Slam. Mal sehen, wohin die Reise noch führt", sagte Görges, die sich auch über den Coup von Witthöft freute. "Es ist gut zu sehen, dass neue Gesichter kommen. Carina ist ein nettes Mädel", meinte Görges. Die 26-Jährige aus Bad Oldesloe trifft am Freitag auf Lucie Hradecka (Tschechien), während es Witthöft mit Kerber-Bezwingerin Irina-Camelia Begu (Rumänien) zu tun bekommt.

Für Witthöft indes, die erst zum dritten Mal im Hauptfeld eines Majors steht, wäre ein Auftritt auf einem der größeren Courts im Melbourne Park ein Traum. Kein Wunder: Bislang hat sie die Kulisse beim ITF-Turnier in Hechingen am meisten beeindruckt.

Trainiert von der Mutter

Doch Witthöft, die mit ihrem Freund und Fitnesscoach Philipp in Down Under weilt, scheint keine Probleme mit einem wirkungsvollen Tunnelblick zu haben. Die Fan-Transparente mit der Aufschrift "GO Carina" übersah die deutsche Vizemeisterin bei ihrer 49-minütigen Gala auf Court 6. "Ich habe versucht, nicht ins Publikum zu gucken", berichtete die sympathische Abiturientin, die von ihrer Mutter Gaby trainiert wird.

Die Eltern sind nicht in Melbourne. Noch nicht. "Vielleicht kommen sie zum Finale", witzelte Witthöft. Wohlwissend, dass ausgerechnet ihr Idol Scharapowa da noch ein Wörtchen mitzureden hätte.

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