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Rafael Nadal beim Training für die Australian Open in Melbourne
Rafael Nadal verpasste einen Großteil der Saison 2014 aus Verletzungsgründen © Getty Images

Melbourne - Vor dem Start der Australian Open steht hinter dem verletzungsgeplagten Rafael Nadal ein Fragezeichen. Ronaldo macht ihm Mut.

Rafael Nadal, der Superheld.

Mit schwarzer Kapuze über dem Kopf holt der düster dreinblickende Spanier zum großen Schlag aus.

Er hat gewaltige Kräfte, großartige Reflexe - und rettet zu guter Letzt: die Australian Open.

So zumindest verspricht es der brandneue Werbespot eines südkoreanischen Automobilherstellers, in dem Hauptfigur Rafa so wunderbar unverwundbar scheint.

McEnroe sieht schwieriges Jahr

Ganz anders als in der Realität eben.

Kurz vor dem Beginn des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres in Melbourne steht hinter dem Leistungsvermögen des Vorjahresfinalisten ein großes Fragezeichen.

"Es ist das dritte Comeback meiner Karriere nach einer Verletzung", sagte der Weltranglistendritte und fügte schulterzuckend an: "Man muss sehen, wie es läuft." Zuversicht klingt anders.

2015 Australian Open - Rafael Nadal
Rafael Nadal hat ein schweres Jahr hinter sich © Getty Images

Kein Wunder, dass US-Ikone John McEnroe auf Nadal "ein ganz schwieriges und richtungs- weisendes Jahr" zukommen sieht.

Zumindest der dreimalige Weltfußballer Ronaldo machte der ehemaligen Nummer eins der Welt vor dem Aufgalopp im australischen Sommer Mut. "Rafa ist ein Krieger, der immer wieder aufsteht", sagte der brasilianische Doppel-Weltmeister.

DATENCENTER: Die ATP-Weltrangliste

Melbourne schlechtes Pflaster

Doch Nadal hat gerade erst eine äußerst unbefriedigende Saison hinter sich. Dem neunten Rekord-Titel bei den French Open standen 2014 erneute Blessuren, eine Blinddarm-Operation und lange Pausen gegenüber.

Seit jeher ist Melbourne kein ideales Pflaster für Nadal. Die Australian Open hat der 14-malige Grand-Slam-Champion als einziges Major-Turnier bislang nur einmal - nämlich 2009 - gewonnen.

Hartnäckige Verletzungen

Und wer Nadal kennt, der weiß, wie abergläubisch er ist. Ausgerechnet beim Happy Slam hatte vor zwölf Monaten eine neuerliche Leidenszeit begonnen, als Nadal im verlorenen Endspiel gegen den Schweizer Stan Wawrinka wegen einer Rückenverletzung fast aufgeben musste.

Eine Stammzellen-Behandlung verschaffte Abhilfe. "Es ist mittlerweile okay. Bei den alltäglichen Dingen im normalen Leben spüre ich nichts", sagte Nadal jüngst in einem Interview.

Doch das kräftezehrende Spiel des 28-Jährigen hinterlässt immer mehr Spuren. Eine hartnäckige Handgelenkblessur zwang den Titelverteidiger im Spätsommer zum Verzicht auf die US Open. Da passte es irgendwie ins Bild, dass sich wenig später auch noch der Blinddarm meldete.

Der letzte Einzelsieg bei einem offiziellen ATP-Turnier liegt knapp drei Monate zurück. Anfang Januar hatte sich Nadal in Doha fast sensationell dem Qualifikanten Michael Berrer geschlagen geben müssen, der am Donnerstag die Qualifikation für das Hauptfeld der Australian Open verpasste (DATENCENTER: Die ATP-Tour).

Nadal kein Topfavorit

Zu den Top-Favoriten zählt Nadal beim mit umgerechnet 28,3 Millionen Euro dotierten Hartplatzturnier im Melbourne Park jedenfalls nicht. "Wobei man immer mit Rafa rechnen musste", meinte Australiens ehemaliger Tennisstar Pat Cash.

Nadal selbst spürt den heißen Atem der neuen Generation um Kei Nishikori (Japan), Milos Raonic (Kanada) und Grigor Dimitrow (Bulgarien) längst im Nacken.

"Unsere Generation ist schon ganz oben und wird eher schlechter. Das ist der Lauf der Dinge", sagte er über die "Fab Four" mit Novak Djokovic (Serbien), Roger Federer (Schweiz) und Andy Murray (Großbritannien).

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