Melbourne - Im Gegensatz zu Serena Williams sorgt Roger Federer vor den Australian Open nur scheinbar für Spektakel. Beide eint ein Ziel.

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Für die provokanten Momente im Vorfeld der Australian Open (ab 1 Uhr im LIVE-TICKER) war wieder einmal Serena Williams höchstpersönlich verantwortlich.

In einem Werbeclip für einen Sport-BH prellt die beste Tennisspielerin der Welt zwei Basketbälle und sagt dann staubtrocken: "Ich entscheide, was bei mir springt."

Im Gegensatz dazu agierte Major-Rekordsieger Roger Federer zwei Tage vor dem Beginn des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres in Melbourne geradezu unspektakulär.

Dabei hatte er im Rahmen des traditionellen Kids Day am Samstag in der Rod-Laver-Arena beim Schlagabtausch mit einigen zum Leben erweckten Comicfiguren wie SpongeBob für einige amüsante Momente gesorgt.

Zwei Champions aus zwei Welten

Federer und Williams - zwei große Champions, die in Sachen Charakter und Außendarstellung kaum unterschiedlicher sein könnten.

Doch die beiden 33-Jährigen verfolgen im Spätherbst ihrer Karriere ein gemeinsames Ziel: Nach einer vierjährigen Durststrecke endlich mal wieder den Happy Slam im australischen Sommer zu gewinnen.

2010 hatten sie zuletzt in Down Under triumphiert. Während der Weltranglistenzweite Federer ab Montag seinen 18. Major-Titel jagt, greift die topgesetzte Williams sogar schon nach Grand-Slam-Coup Nummer 19.

Graf im Visier

Steffi Grafs magische Marke von 22 Triumphen ist mittelfristig das große Ziel von Williams.

"Natürlich. Aber es ist ein weiter Weg. Wenn du 18 Jahre alt bist, schaut man ja schon zu den 21-Jährigen auf und findet, die sind alt", sagte die schillernde US-Amerikanerin und schmunzelte selbst über ihren schrägen Vergleich.

Williams ist gierig

Williams ließ aber keinen Zweifel daran, dass der sechste Australian-Open-Titel nach einer eher schwachen Saison 2014 ein ganz besonderer für sie wäre.

"Ich versuche ihn schon seit Jahren zu holen. Er wäre deshalb wirklich speziell für mich und würde mich sehr glücklich machen", meinte die fünfmalige Wimbledonsiegerin, die bereits mehr als 63,5 Millionen Dollar an Preisgeldern kassiert hat.

Einen doppelten Espresso bitte

In der Vorbereitung lief für die extrovertierte Williams aber noch längst nicht alles nach Plan. Beim Hopman Cup in Perth kassierte sie gleich zwei Einzelniederlagen, sorgte aber wieder einmal für die Szene des Turniers.

Nach dem mit 0:6 verlorenen ersten Satz gegen die Italienerin Flavia Pennetta orderte Williams ("Ist das überhaupt erlaubt?") auf dem Platz einen doppelten Espresso. Der Coffee to go half: Die Favoritin drehte das Match noch. SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen

Federer selbstbewusst

"Maestro" Federer dagegen scheint schon in exzellenter Verfassung zu sein. Der Davis-Cup-Sieger von 2014 gewann zu Jahresbeginn das Turnier in Brisbane und geht selbstbewusst in die neue Saison.

"Ich fühle mich sicherer als zuletzt. Ich denke auch, dass ich konstanter und besser aufschlage als jemals zuvor", sagte der Vater von zwei Zwillingspärchen, dessen Eltern zur Unterstützung der Großfamilie mit nach Melbourne gekommen sind.

Und während Federer schon bestens über seinen Erstrundengegner Lu Yen-Hsun aus Taiwan Bescheid wusste, konnte Williams noch nicht einmal sagen, gegen wen sie ihr Auftaktmatch bestreiten wird. Zwei Welten am anderen Ende der Erde.

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