vergrößernverkleinern
Venus Williams bejubelt ihren Sieg gegen Agnieszka Radwanska
Venus Williams bejubelt ihren Sieg gegen Agnieszka Radwanska © Getty Images

Melbourne - Venus Williams steht erstmals seit der Diagnose ihrer Autoimmunerkrankung in einem Grand-Slam-Viertelfinale. Schwester Serena ist von ihrem Kampf beeindruckt.

Pünktlich zum Feuerwerk am Australia Day erlebte Venus Williams in Melbourne ihre ganz persönliche Sternstunde. Mit ihrem sechsten Ass bugsierte sich die 34-jährige Amerikanerin erstmals seit September 2010 und ihrem diagnostizierten Sjögren-Syndrom wieder in ein Grand-Slam-Viertelfinale.

"Ich habe zum Teil wie in Trance gespielt und wollte einfach nur gewinnen", sagte die einstige Nummer eins nach dem 6:3, 2:6, 6:1 bei den Australian Open gegen Agnieszka Radwanska aus Polen (Nr. 6).

Der erste Dank der glücklichen Siegerin Williams galt ihrer berühmten Schwester, die in der Box der Rod-Laver-Arena als Edelfan mitgefiebert hatte. "Serena ist der ultimative Champion. Sie ist meine Inspiration", sagte Venus Williams, bei der vor gut drei Jahren die Autoimmunerkrankung Sjögren-Syndrom entdeckt worden war.

Duell mit Serena rückt näher

Erstmals seit Wimbledon 2010 stehen damit beide Williams-Schwestern wieder gemeinsam im Viertelfinale eines Majors - und sind nur noch jeweils einen Sieg vom möglichen 26. Sister Act im Halbfinale entfernt. Im Familienduell führt Branchenführerin Serena, die am Montag Garbine Muguruza aus Spanien 2:6, 6:3, 6:2 bezwang, momentan noch mit 14:11 Siegen.

Venus Williams aber wollte erst einmal lieber an ihre nächste Gegnerin denken, die Madison Keys (USA) heißt. "Sie hat mich spielen sehen, da hatte sie noch Windeln an", witzelte die Weltranglisten-18. über ihre 19 Jahre alte Landsfrau Keys. Wohlwissend, dass sie recht hat: Williams ist im 21. Jahr auf der WTA-Tour unterwegs.

Der letzte Grand-Slam-Triumph der siebenmaligen Major-Siegerin liegt sechseinhalb Jahre zurück (Wimbledon 2008). Seitdem hat sich das Leben der 1,85 Meter großen Venus Williams radikal verändert. Das Sjögren-Syndrom war die Erklärung für ihre unerklärliche Schwäche.

Starke Medikamente helfen Venus

Williams war teilweise so schlapp, dass sie tagelang nicht aufstehen konnte. Doch sie kämpfte. "Dafür kann ich meine Schwester nur bewundern. Ich weiß nicht, ob ich diese Stärke hätte", meinte Serena Williams.

Mittlerweile hat Venus die chronische Krankheit dank starker Medikamente im Griff. Und die fünfmalige Wimbledonsiegerin fühlt sich auf dem Court in einer besonderen Pflicht. "Ich spiele nicht mehr nur für mich selbst. Ich spiele für alle Leute, die sich nicht wohlfühlen", sagt die 34-Jährige aus Palm Beach Gardens/Florida.

Sister Act elektrisiert Fans

Und über 16 Jahre nach dem ersten Duell der Williams-Schwestern auf der WTA-Tour elektrisiert der fast schon nostalgische Sister Act noch immer die Fans. Er wirkt wie ein Schlagabtausch von gestern, der sich ins Heute gerettet hat. Beweis gefällig: 1998 gewann ein gewisser Roger Federer in Wimbledon - den Junioren-Titel.

Serena Williams bekommt es mit Vorjahresfinalistin Dominika Cibulkova zu tun. Die Slowakin setzte sich 6:2, 3:6, 6:3 gegen die zweimalige Turniersiegerin Wiktoria Asarenka aus Weißrussland durch.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel