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Novak Djokovic holte sich durch den Erfolg im Finale gegen Andy Murray den fünften Triumph bei den Australian Open
Novak Djokovic holte sich durch den Erfolg im Finale gegen Andy Murray den fünften Triumph bei den Australian Open © getty

Melbourne - Novak Djokovic bezwingt Andy Murray und gewinnt sein erstes Grand-Slam-Turnier als Papa. Sein Dank gilt Boris Becker. Flitzer und Murrays Verlobte sorgen für Aufsehen.

Als Novak Djokovic nach seinem fünften Rekordtriumph die Trophäe in den Nachthimmel von Melbourne stemmte, hatte Coach Boris Becker seinen Dank schon längst erhalten.

"Mein Team geht mit mir durch gute und schlechte Zeiten. Es toleriert eine Menge Dinge auf und abseits des Courts. Danke dafür", sagte der topgesetzte Djokovic nach dem 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 6:3, 6:0 im Finale der Australian Open gegen Andy Murray (Großbritannien/Nr. 6).

Boris Becker, Novak Djokovic
Novak Djokovic dankte nach seinem fünften Triumph bei den Australian Open Boris Becker © Getty Images

Für "Daddy Cool" Djokovic war der erste Major-Triumph als Vater ein ganz besonderer. Kein Wunder, dass er sich bei der Siegerehrung um 23.39 Uhr Ortszeit mit einem ganz besonderen Anliegen an den verlobten Murray wandte. "Ich wünsche dir eine schöne Hochzeit und viele Kinder", sagte Branchenführer Djokovic (27) und entschuldigte sich umgehend: "Seitdem ich Papa bin, haben sich die Perspektiven etwas verschoben."  

Becker kämpft für Djokovics Reputation

Auch Becker lachte über die launige Rede. Nach dem Endspiel hatte der dreimalige Wimbledonsieger stolz wie Oskar in anzusehen, nachdem er die vermeintlich fehlende Wertschätzung der Öffentlichkeit für Djokovic beklagt hatte.

"Novak gebührt mehr Respekt, als ihm entgegengebracht wird", hatte der 47-Jährige mit Blick auf die Publikumslieblinge Roger Federer und Rafael Nadal gehadert. 

Und Djokovic, mit fünf Melbourne-Siegen nun alleiniger Rekordgewinner von Down Under, lieferte in der Rod-Laver-Arena viele Argumente für ein höheres Ansehen.

Murray versucht es weiter

Für seinen insgesamt achten Grand-Slam-Erfolg kassierte der "Djoker" ein Preisgeld in Höhe von 2,1 Millionen Euro. Murray indes, Wimbledonsieger von 2013 und US-Open-Champ von 2012, verlor auch das vierte Australian-Open-Finale seiner Karriere.

Murray zog nach einem sehenswerten Endspiel (3:39 Stunden) mit spektakulären Ballwechseln und insgesamt 14 Breaks dann auch seinen Hut vor Djokovic. "Es ist ein unglaublicher Rekord von Novak. Ich habe mein konstantestes Grand-Slam-Turnier gespielt und werde weiter hart arbeiten, um irgendwann ganz oben zu stehen", meinte der 27-Jährige.

Foto von Stefan rührt Djokovic

Djokovic hatte nach dem verwandelten zweiten Matchball eine Kusshand gen Himmel geschickt und unmittelbar danach Becker in der Box abgeklatscht.

Als danach während eines TV-Interviews ein Foto seines dreimonatigen Sohnes Stefan eingeblendet wurde, der Zuhause in Monaco das Match seines Vaters im Fernsehen anschaute, wurde Djokovic butterweich.

"Dieser erste Titel als Vater und Ehemann ist extra-speziell", sagte der zweimalige Wimbledonsieger.

Physische Probleme bei Djokovic

Allerdings musste Djokovic einen Schreckensmoment verdauen, als er im ersten Satz auf die Hand fiel und sich kurz darauf behandeln lassen musste.

2015 Australian Open - Day 14
Andy Murray verlor auch sein viertes Finale in Melbourne © Getty Images

Die Intensität im Duell der beiden Jugendfreunde Djokovic und Murray blieb in den ersten beiden Sätzen hoch. Als sich der von der früheren Nummer eins Amelie Mauresmo trainierte Schotte Durchgang zwei holte, waren bereits 2:32 Stunden gespielt.

Obwohl Djokovic ("Meine Beine waren schlapp") physische Probleme offenbarte, nahm er dem kräftemäßig abbauenden Murray im vierten Satz gleich die ersten beiden Aufschlagspiele ab und stellte die Weichen so auf Sieg.

Kim Sears: Explicit Content

Für einen heiteren Moment hatte bereits vor dem ersten Ballwechsel Murrays Verlobte Kim Sears gesorgt. Die 27-Jährige trug ein Oberteil mit der Aufschrift "Parential Advisory: Explicit Content" (frei übersetzt: "Hinweis an alle Eltern: Nicht jugendfrei").

Es war die Reaktion auf die Kritik an ihren Flüchen während des Halbfinals von Murray gegen Tomas Berdych drei Tage zuvor. Die Britin hatte dabei mehrmals das "F-Wort" im Zusammenhang mit dem Tschechen benutzt.

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