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Wurde trotz Sonnenbrille und Basecap neben Ana Ivanovic erkannt, Bastian Schweinsteiger © Getty Images

Paris - Es ist ein offenes Geheimnis, aber Ana Ivanovic weicht Fragen nach "Sie wissen schon wem" konsequent aus. Der Pressestab der French Open hilft mit einer kuriosen Aktion.

Die Deutschen sind bei den French Open alle raus. Also, wenden wir uns den wirklich wichtigen Dingen des Tennissports zu. 

Ana Ivanovic verteilt in Paris, der Stadt der Liebe, gerne Küsschen. Sie tut das nicht etwa, weil sie plötzlich für einen großen Süßwarenhersteller wirbt, sondern sie tut das nach jedem siegreichen Match, um sich stilgerecht beim Pariser Publikum zu bedanken. (Alle Ergebnisse der French Open)

Seit diesem Jahr ist es ein Küsschen mehr als sonst. Eine kurze, fast unmerklich Kusshand fliegt nach jedem Spiel in ihrer Spielerbox, wo ein gewisser… "Sie wissen schon wer" sitzt.

Mit "Sie wissen schon wem" in der Box läuft es für Ivanovic so gut wie seit Jahren nicht mehr. Das letzte Mal im Viertelfinale von Roland Garros war sie 2008, damals nahm sie gleich noch die Siegertrophäe, den Coupe Suzanne Lenglen, mit. 

Das offene Geheimnis der Ana Ivanovic

Auch diesmal wird Ivanovic nicht alleine nach Hause gehen. Vielleicht triumphiert sie gleich doppelt. Privat und sportlich - wie das die moderne Frau von heute eben so macht.

Julian Ignatowitsch ist für SPORT1 vor Ort bei den French Open in Paris
Julian Ignatowitsch ist für SPORT1 vor Ort bei den French Open in Paris © SPORT1

Und was ist mit dem Mann an ihrer Seite? Dem "Sie wissen schon wer"? Der sie anfeuert, motiviert, in der Stunde des Triumphs mit ihr jubelt und sie aufbaut in der Stunde der Geschlagenheit? Der seinen Urlaub jenseits des stressigen Berufsalltags zwischen Allianz und Chio Chips opfert, um an ihrer Seite zu sein?

Wieso diesen Mann nicht mal lobend, oder gar liebend, erwähnen? Oder überhaupt erwähnen?

Frage nach Fußball-Star ausgewichen

Immerhin, ein Journalist hat sich das jetzt getraut, stellte bei der Pressekonferenz die Gretchenfrage: Ana, nun sag, wie hast Du’s mit dem - Achtung! - Basti?

Ana antwortet wenig inspiriert: "Wie ich schon gesagt habe (hat sie das?), es ist gut, ein starkes Team und positive Menschen um dich herum zu haben. Es gibt nichts Besseres als das, ja." Ja, genau.

Die Frage (oder vielleicht auch eher die Antwort) war den Damen und Herren vom Pressestab der French Open wohl so unangenehm, dass sie im Transskript des Interviews, das anschließend für die Journalisten zum Nachlesen ausliegt, zu einer raffinierten Stilblüte griffen. 

Pressestab der French Open übt Diskretion

Der Name "Sie wissen schon wer" wurde kurzerhand mit "(indiscernible)" ersetzt, also ins Deutsche übersetzt mit "nicht wahrnehmbar". 

Abgesehen davon, dass schon die Wahl des englischen Begriffs für das Gemeinte - nämlich dass der Name vom Protokollführer (angeblich) nicht verstanden wurde - nicht besonders glücklich gewählt ist, kann man daraus erst einmal zweierlei schließen:

Entweder die Franzosen kennen "Sie wissen schon wen" nicht oder sie sind in Fragen der Liebe besonders diskret.

Die Schöne und der Unverständliche

Beides - Fußballbegeisterung, Serge Gainsbourg ("Je t'aime ... moi non plus") und Michel Houellebecq lassen grüßen - ist nicht anzunehmen.

Vielleicht wollten sie auch nur etwas Geheimnisvolles in unsere Welt des gläsernen Bürgers und der mediendurchleuchtenden Transparenz bringen.

Lassen wir ihnen diesen Spaß und betiteln das Paar in Anlehnung an ein französisches Volksmärchen einfach als: Die Schöne und der Unverständliche.

Übrigens: Es gibt in Paris auch ohne deutsche Beteiligung noch viele hochkarätige Spiele und Spieler zu sehen. Also, schauen sie doch mal wieder Tennis!

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