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Serena Williams präsentiert ihre Trophäe von den French Open vor dem Eiffelturm © Getty Images

Paris - Nach dem Coup von Paris fehlen Serena Williams noch zwei Titel zum Rekord. Steffi Graf gibt sich angesichts der Dominanz schon geschlagen. Sogar der Grand Slam ist drin.

Die Party zum Zwanzigsten fiel aus, Serena Williams sehnte sich nach einer Mütze voll Schlaf.

"Es ist kein bisschen Energie mehr übrig, ich will nur noch ins Bett", näselte die grippegeplagte Tennis-Queen, nachdem sie den nächsten Meilenstein ihrer Karriere erreicht hatte.

Nach dem 6:3, 6:7 (2:7), 6:2 im Finale der French Open über die tapfer kämpfende Lucie Safarova aus Tschechien wartete jedoch noch die obligatorische Fotosession vor dem Eiffelturm.

Graf schreibt Bestmarke schon ab

Während Williams dem Wahrzeichen mit dem Coupe Suzanne Lenglen in der Hand die Show stahl, erreichten die Lobeshymnen auf die alles überragende Amerikanerin ihren Höhepunkt.

"Serena spielt nur noch für die Geschichtsbücher", sagte Chris Evert, mit sieben Titeln Rekordhalterin der French Open. Nicht nur für die US-Tennis-Legende besteht spätestens seit Williams' drittem Triumph in Paris kein Zweifel mehr: Die Ausnahmeerscheinung aus Los Angeles wird einst als erfolgreichste Spielerin in die Tennis-Historie eingehen.

Mit 20 Grand-Slam-Titeln fehlen Williams nur noch zwei, um Steffi Grafs Rekord zu egalisieren. Die Deutsche glaubt längst nicht mehr daran, dass ihre Bestmarke die Ära Williams überdauern wird. "Es ist unglaublich, was sie gerade erreicht", sagte Graf: "Sie hat das Potenzial, weit mehr zu gewinnen."

Williams winkt 2015 der Grand Slam

Für Martina Navratilova, selbst mit 18 Majortiteln dekoriert, lautet die Frage nur noch, wie weit Williams in die 20er vorstoßen kann. Die Welt brennt darauf zu wissen, ob sie nun sogar bereit sei, den Grand Slam zu gewinnen - die Titel in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York in einem Kalenderjahr.

Erst vier Frauen, als letzter Steffi Graf 1988, gelang dieses seltene Kunststück. Den halben Weg dorthin hat Williams zurückgelegt, was für sich genommen bereits eine Rarität ist. Das Double der Australian und French Open schaffte zuletzt Williams' Landsfrau Jennifer Capriati vor 14 Jahren.

"Sie ist eine großartige Spielerin, sie hat die Erfahrung, sie hat bei allen Majors triumphiert. Ich glaube, sie kann es schaffen", sagte Williams' jüngstes Opfer Safarova.

Abstand zur Konkurrenz ist gigantisch

Williams selbst sagte, sie "würde es lieben, den Grand Slam zu gewinnen", ihr Blick richtet sich jedoch auf Wimbledon (ab 29. Juni): "Ich habe jetzt Dreiviertel des Serena Slams geschafft."

Gewinnt Williams im Londoner Rasenreich, hält sie zum zweiten Mal nach 2002/03 alle vier großen Titel gleichzeitig. Das Ende ihrer Dominanz ist nicht abzusehen, obwohl Williams in diesem Jahr 34 Jahre alt wird. Der Abstand zwischen ihr und der Konkurrenz war nie so groß wie heute.

In Roland Garros ließ sich Williams selbst von einer Grippe nicht stoppen, ihre einzige Gegenspielerin Maria Scharapowa scheiterte als Titelverteidigerin an einem Schnupfen und Safarova.

In Paris nicht einmal in Topform

In Paris war Williams weit von ihrer Bestform entfernt, gab in fünf von sieben Matches jeweils einen Satz ab - darunter auch gegen den deutschen Tennis-Nobody Anna-Lena Friedsam. Das war selbst für Williams neu.

"Wahrscheinlich habe ich versucht, meinen eigenen Rekord zu brechen", sagte sie und die Zuhörer lachten. Dabei sollte man Serena Williams ernst nehmen, wenn sie über Bestmarken spricht. Sie kann sie alle pulverisieren.

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