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Rafael Nadal gewann neun der zehn letzten French Open © Getty Images

Paris - Rafael Nadal ist seit einem Jahrzehnt der Herrscher über Roland Garros. Doch 2015 kristallisiert sich in Novak Djokovic ein neuer Sandkönig heraus. Nun kommt es zum direkten Duell.

In Roland Garros hat Rafael Nadal gegen Novak Djokovic bisher immer gewonnen. 

Er hat dort in elf Jahren überhaupt nur gewonnen - mit einer Ausnahme: 2009 schied er angeschlagen im Achtelfinale gegen Robin Söderling aus. 

Ansonsten ist seine Bilanz in Paris makellos: 65 Siege aus 66 Spielen, bei zehn Starts triumphierte Nadal neun Mal auf der roten Asche im Stade Philippe Chatrier, zuletzt zum fünften Mal in Folge. Sechs Mal erwischte es dabei auch Djokovic, davon zwei Mal im Finale. Nadal gab dabei nur vier Sätze gegen seinen großen Konkurrenten ab.

Man kann das eigentlich gar nicht oft genug schreiben, so unglaublich ist diese Leistung, so phänomenal ist dieser Rekord.

Trotzdem geht Nadal diesmal nur als Außenseiter in das "schwerste Viertelfinale meiner Karriere", wie er das vorzeitige Aufeinandertreffen mit Djokovic selbst bezeichnet (SERVICE: Die Ergebnisse der French Open).

Nur an Position sechs gesetzt

Dass es überhaupt so früh zum Duell der zwei Favoriten kommt, liegt daran, dass Nadal im Tableau so tief gesetzt ist wie noch nie, nämlich nur an Position sechs.

"Wir können über das Ranking sprechen, aber das wird nichts an den Dingen, die in meiner Karriere passiert sind, ändern", sagt Nadal dazu auf Nachfrage von SPORT1. "Es wird auch nichts an meiner Motivation und Arbeit ändern."

Und weiter: "Wenn du eine schwere Verletzung hast und zurückkommst und dann nicht so viele Spiele gewinnst, wie du gewinnen solltest, dann steht dein Ranking eben etwas tiefer."

Nadal grübelt

Nadal steht derzeit nur auf Rang sieben der Weltrangliste. Auch wenn er es in Paris nicht ausspricht, man merkt, dass ihn das beschäftigt. Er grübelt, das hat er zuletzt sogar zugegeben. 

Seine mentale Stärke ist angeschlagen; seine Form nicht ganz da, wo sie in den letzten Jahren war, das haben die Turniere auf Sand in den Vorwochen gezeigt, darunter auch eine deutliche Klatsche gegen Djokovic (3:6, 3:6 in Monte Carlo).

Nadal hat schon früh in der Saison so viele Sandplatzspiele verloren, wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Gut, es sind nur fünf, aber in Nadal-Dimensionen ist das viel.

Paris und sein Center Court liegen Nadal

Paris ist dennoch ein besonderer Ort für Nadal, der ihm liegt. Der Center Court ist so groß wie nirgendwo anders auf der Welt. 

Julian Ignatowitsch ist für SPORT1 vor Ort bei den French Open in Paris
Julian Ignatowitsch ist für SPORT1 bei den French Open vor Ort © SPORT1

Hier hat Nadal noch mehr Auslaufzonen, noch mehr Platz, um weit hinter die Grundlinie zurückzugehen und sein Defensivspiel mit schnellen Konterschlägen in Perfektion zu zeigen.

Bislang präsentiert er sich entsprechend sehr souverän. "Ich fühle mich gut. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich immer auf diesem großen Court spielen", sagt Nadal.

Djokovic - der Sandkönig 2015

Und auch sein Gegner Djokovic weiß, welche Gefahr ein angezählter Champion darstellt: "Mental ist das keine leichte Sache, wenn du Nadal im Viertelfinale spielen musst."

Djokovic hat bisher noch keinen Satz im Turnier abgegeben - und ist auf Sand 2015 noch ungeschlagen. In Monte Carlo und Rom holte er sich jeweils den Titel.

Zwei blitzsaubere Bilanzen also, eine sehr aktuell, eine eher von gestern - und eine wird jetzt im Viertelfinale enden.

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