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Kevin Curren hat die Niederlage gegen Boris Becker im Finale von Wimbledon verdaut
Kevin Curren hat die Niederlage gegen Boris Becker im Finale von Wimbledon verdaut © Getty

Am 7. Juli 1985 hat Kevin Curren das historische Wimbledon-Finale gegen den "ewig 17-Jährigen" Boris Becker verloren, 30 Jahre später ist der Südafrikaner längst mit sich und seinem Leben im Reinen.

"Boris kann die Titel behalten, ich möchte nicht tauschen", sagte der heute 57-Jährige in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt, "ich habe ein ausbalanciertes, gut strukturiertes, ruhiges Leben. Ich bin glücklich und zufrieden."

Das war nicht immer so, wie Curren einräumte. Nach dem 3:6, 7:6, 6:7, 4:6 gegen Becker sei er mächtig frustriert gewesen. "Natürlich ist es enttäuschend, wenn du ein Finale verlierst und den größten Titel im Tennis verpasst. Tja, ich kann die Geschichte nicht ändern. Die Bücher sind geschrieben", sagte der aufschlagstarke Curren, der vor dem Match gegen Becker immerhin Stefan Edberg, John McEnroe und Jimmy Connors jeweils glatt in drei Sätzen ausgeschaltet hatte.

"Es war wie bei einem 400-m-Hürdenlauf, und ich konnte die Ziellinie bereits deutlich erkennen. Ich hatte alle großen Spieler aus dem Weg geräumt, war erfahren. Im Moment der Niederlage war es eine riesengroße Enttäuschung", schilderte Curren und hob Beckers Qualitäten heraus: "Becker war extrem tapfer und standhaft. Je größer die Bühne, desto besser spielte er. Ich kann mich nicht an viele Spieler erinnern, die diese Gabe hatten. McEnroe, Borg, Connors, Becker."

Zuletzt habe er Becker "im Oktober in Südafrika gesehen", sagte Hobby-Golfer Kevin Curren (Handicap 0): "Er sah nicht gut aus. Aber ich finde, er ist jetzt wieder in Form. Grundsätzlich gilt: Einige von uns treffen gute Entscheidungen im Leben, andere treffen schlechte und müssen dann mit den Konsequenzen leben. Boris ist ein großer Champion, und ich will mich zu seinem Leben nicht äußern."

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