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Sabine Lisicki Wimbledon Frust
Sabine Lisicki scheiterte in der dritten Runde an Timea Bacsinszky © Getty Images

Die Fans in Wimbledon erleben einen "Schwarzer Samstag": Kein Deutscher schafft Einzug in die zweite Woche. Sabine Lisicki scheitert als letzte Deutsche nach Angelique Kerber. Der Traum von Dustin Brown ist ebenfalls zu Ende.

Diesmal konnte nicht einmal Sabine Lisicki die deutsche Bilanz beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt retten.

30 Jahre nachdem Boris Becker Wimbledon zu seinem Wohnzimmer gemacht und das Tennisfieber der Deutschen entfacht hatte, schaffte keiner seiner Erben auf dem Heiligen Rasen den Sprung in die zweite Woche. Das war zuletzt vor neun Jahren passiert.

Frühestes Lisicki-Aus seit 2008

Als letzte von ursprünglich 18 deutschen Spielern und Spielerinnen scheiterte Lisicki im All England Club. Die Finalistin von 2013 unterlag in Runde drei der Schweizerin Timea Bacsinszky 3: 6, 2:6 und damit so früh wie seit ihrem Debüt 2008 nicht mehr. Tief enttäuscht verließ auch Angelique Kerber den Londoner Südwesten. Die als Mitfavoritin gehandelte Kielerin verlor am "schwarzen Samstag" ebenso wie Überraschungsmann Dustin Brown und Tatjana Maria.

Kerber vergab beim 6:7 (12:14), 6:1, 2:6 gegen die Spanierin Garbine Muguruza im ersten Durchgang neun Satzbälle, kämpfte sich zurück in die Partie und musste sich nach 2:34 Stunden Spielzeit dennoch geschlagen geben. "Es war ein Auf und Ab, aber ich kann mir nichts vorwerfen", sagte Kerber, die bereits bei den French Open in Paris in Runde drei gegen Muguruza verloren hatte: "Ich habe zwar wenig Fehler gemacht, aber sie hat mehr Winner geschlagen."

Brown trotz Niederlage glücklich

Der Deutsch-Jamaikaner Brown landete zwei Tage nach seinem Centre-Court-Coup über Rafael Nadal auf dem harten Boden der Realität. Der Qualifikant aus Winsen/Aller verlor gegen Viktor Troicki aus Serbien 4:6, 6:7 (3:7), 6:4, 3:6. Tatjana Maria (Bad Saulgau) musste sich bei ihrem Drittrunden-Debüt bei einem der vier Grand-Slam-Turniere Madison Keys aus den USA 4:6, 4:6 geschlagen geben.

"Er hat großartig gespielt und vor allem großartig serviert. Wenn er vier Asse und einen Service-Winner im Tiebreak schlägt, kann ich halt nichts machen", sagte Brown: "Trotzdem bin ich glücklich mit meinem Turnier. Wenn mir jemand vor der Qualifikation gesagt hätte, dass ich ins Hauptfeld komme und da Rafa schlage, hätte ich das sofort unterschrieben."

Von Wimbledon in die Provinz

Brown verlor wie bereits vor zwei Jahren in Runde drei, damals hatte er zuvor in Lleyton Hewitt (Australien) ebenfalls einen Ex-Champion in Runde zwei geschlagen. Der Deutsch-Jamaikaner nimmt 77.000 Pfund (ca. 108.000 Euro) Preisgeld mit nach Hause, die höchste Börse seiner Karriere. Nach Wimbledon wird er wieder unter den Top 100 zu finden sein, am Sonntag schlägt er allerdings wieder in der Tennis-Provinz auf: In der Bundesliga spielt er mit Rot-Weiss Köln gegen Blau-Weiß Krefeld.

Lisicki war in 68 Minuten gegen die Paris-Halbfinalistin Bacsinszky chancenlos. Bereits in den ersten beiden Runden hatte die Aufschlagweltrekordlerin aus Berlin kaum überzeugt. Am Freitag war bereits die deutsche Nummer zwei Andrea Petkovic (Darmstadt) unter Tränen ausgeschieden, private Probleme hatten ihre Leistung auf dem ohnehin ungeliebten Rasen beeinflusst.

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