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Sabine Lisicki scheiterte bei den US Open an der angeschlagenen Simona Halep
Sabine Lisicki scheiterte bei den US Open an der angeschlagenen Simona Halep © Getty Images

Die ehemalige Weltklassespielerin Claudia Kohde-Kilsch hat die Schwächen der deutschen Spielerinnen nach dem kollektiven K.o. bei den US Open deutlich herausgestellt.

Angelique Kerber habe eine "unglaubliche Fitness und einen guten Kopf. Bei ihr würde ich mir nur manchmal wünschen, dass sie aggressiver spielt und mehr Druck macht. Sabine Lisicki spielt meiner Meinung nach zu sehr auf Risiko, und Andrea Petkovic hat ein sehr attraktives Spiel, ist aber manchmal einfach zu emotional", sagte Kohde-Kilsch.

Deshalb sei es auch schwer zu prognostizieren, ob es in absehbarer Zukunft eine deutsche Grand-Slam-Gewinnerin geben wird.

"Das ist unmöglich vorherzusagen. Am ehesten würde ich es Angelique Kerber zutrauen", sagte Kohde Kilsch, die in der 80er Jahren die Nummer vier der Einzel- und Nummer drei der Doppel-Weltrangliste war.

An der Seite von Steffi Graf gewann sie 1987 den Fed Cup und 1988 in Seoul Olympiabronze im Doppel.

Am Beispiel von Sabine Lisicki, die am Montag im Achtelfinale trotz der körperlischen Probleme ihrer Gegnerin Simona Halep verlor, stellte Kohde-Kilsch die Defizite heraus: "Es ist unglaublich schwierig, gegen eine scheinbar angeschlagene Gegnerin zu spielen. Du überlegst automatisch, was die jetzt wohl hat, ob es echt ist, oder ob sie Theater spielt. Das gesamte Match gerät aus dem Rhythmus, du wirst unsicher und machst leichte Fehler. Es war übrigens die ganz große Stärke von Steffi Graf, dass sie ihre Matches immer völlig unbeeindruckt von allen äußeren Einflüssen durchgezogen hat."

Aber trotz der Enttäuschung von New York zog Claudia Kohde-Kilsch, die heute politisch für die Partei Die Linke tätig ist und im Stadtrat von Saarbücken sitzt, eine positive Saisonbilanz.

"Ich finde, um das deutsche Damentennis ist es ausgezeichnet bestellt, Angie Kerber hat immerhin in diesem Jahr vier Turniere gewonnen. Sie sind alle noch jung genug, um nächstes Jahr einen neuen Anlauf zu starten", sagte die 51-Jährige.

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