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Roger Federer könnte seinen ersten Grand Slam seit Wimbledon 2012 gewinnen © Getty Images

New York City - Roger Federer stürmt ohne Satzverlust ins Finale der US Open und will gegen Novak Djokovic endlich seinen 18. Grand Slam. Die Schlagzeilen beherrscht aber der "SABR".

Es ist die größte Chance seit langem auf die Nummer 18.

Roger Federer spielt bei den US Open ein fantastisches Turnier, hat noch keinen Satz abgegeben und könnte im Traumfinale gegen Novak Djokovic (nach Ende des Regenschauers im LIVETICKER) mit dem sechsten Titel in Flushing Meadows zum Rekordsieger aufsteigen.

Dennoch beherrscht im Vorfeld nur ein Thema die Schlagzeilen - der "SABR". Hinter dem neuen Zauberschlag des Schweizers "Sneak Attack by Roger" verbirgt sich ein als Return geschlagener Halb-Volley von der T-Linie, der nicht nur bei Djokovic' Trainer Boris Becker wegen angeblicher Missachtung des Gegners auf Ablehnung stößt.

"Dieser Schlag ist nicht respektlos", betonte der 34-Jährige und versprach lächelnd vor seinem ersten Finale bei den US Open seit sechs Jahren: "Ich werde ihn weiter einsetzen."

Federer in herausragender Form

Dabei geht fast unter, dass Federer in New York in allen Facetten des Spiels so starke wie lange nicht mehr auftritt. Der lang ersehnte 18. Grand-Slam-Titel - und damit der erste seit Wimbledon 2012 - ist für den "Maestro" in greifbarer Nähe.

Verlassen will sich Federer auf den "SABR" ohnehin nicht: "Ich muss aggressiv spielen und offensiv bleiben. Aber dafür muss ich gut aufschlagen." Das gelang in Verbindung mit dem Zauberschlag im Finale von Cincinnati vor etwa drei Wochen gegen Djokovic bereits sehr gut. Es war damls sein 21. Sieg im 41. Duell mit dem Weltranglistenersten Djokovic.

Vielleicht war es die geglückte Wimbledon-Revanche, die Djokovic' Trainer Boris Becker so auf die Palme brachte.

Becker kritisiert "SABR"

Das deutsche Tennis-Denkmal hatte den "SABR" unlängst zum Anlass genommen, Federer scharf zu kritisieren. "Hätte er diesen Schlag gegen John McEnroe, Ivan Lendl, Jimmy Connors oder gar mich ausgepackt, hätten wir gesagt: "Roger, ganz ehrlich, ich mag dich sehr, aber noch einmal, und ich ziele voll auf dich!'", wetterte der dreimalige Wimbledon-Champion.

Auch US-Ikone McEnroe ließ keinen Zweifel daran, dass er "beleidigt" wäre, wenn jemand "SABR" gegen ihn einsetzen würde.

Djokovic selbst hatte bis vor seinem ebenfalls souverän gewonnenen Halbfinale gegen Titelverteidiger Marin Cilic aus Kroatien (6:0, 6:1, 6:2) wenig zum Thema gesagt. Am Freitag dann sprach der New-York-Sieger von 2011 von einem "spannenden Schlag für Roger". Für die Gegner allerdings sei "SABR" nicht so aufregend.

Promis pro Federer

Für das erhoffte Traumfinale gilt das freilich nicht. Die Vorfreude aller Tennis-Fans ist gigantisch. Publikumsliebling Federer kann sich der Unterstützung der Mehrzahl des Publikums sicher sein. Dazu gehören auch jede Menge Promis.

Hollywoodstar Bradley Cooper zum Beispiel, der seit Wimbledon ein treuer Federer-Fan ist. Oder Lindsey Vonn. Die Ski-Olympiasiegerin zückte ihr Smartphone, um den Schweizer
nach dessen 6:4, 6:3, 6:1 im Halbfinale gegen Landsmann Stan Wawrinka abzulichten. Auf der Tribüne hatte zuvor auch James Bond alias Sean Connery dem Weltranglistenzweiten artig applaudiert.

Dritter Major-Sieg ist möglich

Djokovic dürfte das wenig kümmern. Der 28-Jährige könnte mit einem Prestigesieg auf der größten aller Tennis-Bühnen seinen dritten Major-Titel der Saison holen. Das "Triple" war dem fünfmaligen Australian-Open-Champion bereits 2011 gelungen.

"Ich kam hierher mit einer Mission und einem Wunsch. Am Sonntag will ich den letzten Schritt machen und diesen Pokal gewinnen", sagte Djokovic. Dabei will er sich von Federers neuer Wunderwaffe ganz sicher nicht aufhalten lassen und hat mit Becker bestimmt an einem Konter gearbeitet.

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