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Andrea Petkovic
Andrea Petkovic steht nach dem Sieg über Jelena Wesnina in der dritten Runde der US Open © Getty Images

Andrea Petkovic erreicht bei den US Open die dritte Runde. Als die Partie gegen Jelena Wesnina im zweiten Satz zu kippen droht, muss Petkovic' Schläger dran glauben.

Drama-Queen Andrea Petkovic zertrümmerte ihren Schläger, beschimpfte sich selbst - und feierte am Ende doch noch ein Happy End.

In der Sauna von New York behielten neben Petkovic auch Angelique Kerber, Sabine und Mona Barthel kühlen Kopf und zogen in die dritte Runde der US Open ein.

Auch Kerber, Lisicki und Barthel weiter

Während sich die an Position 18 gesetzte Petkovic beim 6:3, 7:6 (7:4) gegen Jelena Wesnina (Russland) über 1:36 Stunden quälte, benötigte Kerber (Nr. 11) beim 7:5, 6:2 gegen die Italienerin Karin Knapp noch sieben Minuten länger. Barthel legte sogar noch drei Minuten drauf und schlug Olga Gowortsowa (Weißrussland) mit 2:6, 6:2, 6:4.

Sabine Lisicki gewann nach einer souveränen Vorstellung mit 6:4, 6:0 gegen Camila Giorgi (Italien). Nach nur 61 Minuten Stunden verwandelte Lisicki ihren ersten Matchball auf dem Grandstand.

Selbst ein Wutausbruch samt Verwarnung wegen "Racket-Missbrauchs" bei einem 1:4-Rückstand im zweiten Satz brachten Petkovic nicht mehr vom Erfolgsweg ab. "Sonst hilft es mir in 95 Prozent der Fälle nie, wenn ich meinen Schläger zerhacke. Diesmal schon", sagte die 27-Jährige, die den Temperaturen von 33 Grad auch mit dem Verzehr von Datteln trotzte.

"Das essen auch die Nomaden. Und wenn die durch die Wüste kommen, komme ich auch durch so ein Match", witzelte "Petko".

Jetzt gegen Muguruza-Besiegerin

Im Spiel um den Sprung ins Achtelfinale trifft Antwerpen-Gewinnerin Petkovic am Samstag überraschend auf Johanna Konta (Großbritannien), die Wimbledon-Finalistin Garbine Muguruza aus Spanien ausschaltete.

Kerber, die sich ebenfalls schwer tat, bekommt es mit der früheren Nummer eins Wiktoria Asarenka (Weißrussland/Nr. 20) zu tun. Barthel spielt gegen Varvara Lepchenko aus den USA.

Petkovic zeigte nach einem soliden ersten Satz plötzlich Nerven, als sie sich nach einer Reihe von Fehlern selbst beschimpfte: "Wie kann man so schlecht sein?", rief sie frustriert. Wenig später feuerte die Fed-Cup-Spielerin beim Stand von 1:4 zweimal den Schläger auf den Zementboden, bis er zerbrach. Doch der Wutausbruch hatte Signalwirkung. "In der Folge war ich konzentrierter", meinte Petkovic. 

2015 U.S. Open - Day 4
Angelique Kerber hatte gegen Karin Knapp nur im ersten Satz Probleme © Getty Images

 

Ihre gute Freundin Kerber lag gegen Knapp schnell mit 1:3 zurück und fand nur langsam ins Spiel. Die Kielerin agierte erst in der Folge offensiver und kaufte der auch kräftemäßig immer mehr nachlassenden Südtirolerin den Schneid ab.

Bum-Bum-Bine schlägt 13 Asse

"Wegen der Hitze hatte ich schon vor dem Spiel sehr viel getrunken", meinte die 25-jährige Lisicki nach ihrem deutlichen Sieg. Im Spiel um den Sprung ins Achtelfinale trifft die Fed-Cup-Spielerin, der 13 Asse gelangen, am Samstag auf Barbora Strycova aus Tschechien.

Lisickis bislang bestes Resultat beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres ist das Erreichen der Runde der letzten 16 vor vier Jahren.

Ratschläge von Boris Becker

Boris Becker war aber besonders auf Petkovic stolz. Auch beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres kann sich die Hessin wieder auf seine Ratschläge verlassen. "Boris ist für mich da. Ich vertraue ihm irgendwie, denn er gibt ehrliche Antworten", sagte Petkovic über den lockeren Austausch mit dem dreimaligen Wimbledonsieger und schwärmte: "Boris ist der geborene Champion. Wenn er spricht, dann haben alle anderen Sendepause."

Besonders schätzt die Paris-Halbfinalistin von 2014 an dem 47-Jährigen, dass er zunächst mal mehr fragt als sagt. "Wie ich mich im Match gefühlt habe zum Beispiel", erzählte Petkovic, die Anfang des Jahres bei der Suche nach einem Vollzeit-Coach bei Steffi Graf angefragt hatte.

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