vergrößern verkleinern
Off Court At The 2016 Australian Open
Angelique Kerber posiert am Tag vor dem Finale mit Deutschland-Fahne © Getty Images

Angelique Kerber geht selbstbewusst ins Finale der Australian Open gegen die vermeintlich übermächtige Serena Williams. Ihre Mutter hat den Einzug ins Endspiel kommen sehen.

Angelique Kerber blickt ihrem ersten Grand-Slam-Finale am Samstag bei den Australian Open gegen Titelverteidigerin Serena Williams (ab 9.30 Uhr im LIVETICKER) gelassen entgegen.

"Ich glaube, ich werde heute Nacht gut schlafen. Mein halber Traum ist ja schon in Erfüllung gegangen. Ich kann schon jetzt so viel mitnehmen für die Zukunft, aber natürlich will ich gewinnen", sagte die Weltranglistensechste Kerber am Freitag bei der offiziellen Pressekonferenz der beiden Endspiel-Teilnehmerinnen im Melbourne Park.

Zuvor hatten Kerber und Williams auf zwei nebeneinander liegenden Indoor-Courts rund eine Stunde trainiert.

"Ich weiß, was ich kann"

"Das war Zufall. Wir hatten uns zuvor in der Umkleide gegrüßt und uns in den letzten Tagen immer mal wieder nett unterhalten", berichtete die 28-Jährige.

Chancen auf den Siegerscheck in Höhe von umgerechnet rund 2,2 Millionen Euro rechnet sich Kerber trotz der Bilanz von nur einem Sieg in sechs Duellen und der Dominanz von Williams (34) aus.

"Zwischendurch wackelt Serena immer mal wieder. Da muss ich vorbereitet sein. Ich weiß, was ich kann, das muss ich auch zeigen", meinte Kerber. Wohlwissend, um die Stärken der Powerspielerin aus Florida: "Wenn ich zu kurz spiele, schießt mich Serena vom Platz."

Mutter hat es kommen sehen

Beim Gewinn ihres ersten Major-Titels will die deutsche Nummer eins in den Yarra-Fluss springen und einen Fallschirmsprung aus einem Flugzeug wagen.

Ihr Team um Trainer Torben Beltz, der sich in diesen Tagen aus Aberglauben nicht rasiert, und Physio Simon Iden muss nach dem Final-Einzug bereits einen Tanzkurs absolvieren.

Mutter Beata hatte den Erfolg ihrer Tochter beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres wohl schon kommen sehen. "Sie hatte den Rückflug von Anfang an auf den 31. Januar gebucht", erzählte Kerber und schmunzelte: "Hut ab, das hat sie gut hinbekommen."

Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner kann wegen des Duells mit der Schweiz in der nächsten Woche nicht vor Ort sein und sieht zwei mögliche Szenarien für das Finale voraus. "Entweder Williams spielt so wie gegen Agnieszka Radwanska im Halbfinale. Dann befürchte ich, dass es glatt ausgeht. Was ich aber in mir spüre: Williams erwischt nicht ihren besten Tag und Angie spielt locker drauflos. Dann wird es eine enge Kiste, und wenn es eng wird, glaube ich, dass Angie gewinnt", sagte Rittner.

Von Joggern angehalten

Am Freitagvormittag schaltete die Linkshänderin, die bei einem Final-Eerfolg in der Weltrangliste auf Platz zwei klettern würde, bei einem Spaziergang am Yarra River ab.

"Da haben schon ein paar Jogger angehalten und mir Glück gewünscht", meinte "Angie". Vor allen Dingen ihre Großeltern in Polen fiebern in diesen Tagen mit ihrer Enkelin.

Kerber: "Sie haben die letzten zwei Wochen nicht geschlafen. Nach meiner Rückkehr werden wir erst einmal mit Sekt anstoßen."

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel