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Angelique Kerber sagt, sie habe im Finale gegen Serena Williams "nichts zu verlieren"
Angelique Kerber sagt, sie habe im Finale gegen Serena Williams "nichts zu verlieren" © Getty Images

Als erste Deutsche seit 1996 steht Angelique Kerber im Finale von Melbourne. Im Interview spricht sie über ihre Emotionen, Gründe des Siegeszugs und das Duell mit Williams.

20 Jahre nach Anke Huber steht wieder eine Deutsche im Finale der Australian Open.

Durch ihren 7:5, 6:2-Erfolg gegen die ungesetzte Johanna Konta (Großbritannien) erreichte die 28-Jährige erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier ein Endspiel, in dem sie am Samstag (9.15 Uhr im LIVETICKER) auf die Weltranglistenerste Serena Williams trifft.

Im Interview spricht Kerber über ihre Emotionen im Halbfinale, die Gründe für ihren Siegeszugs, Rückschläge in ihrer Karriere und das Duell mit Williams.

Frage: Angelique Kerber, was haben Sie nach dem Matchball gedacht?

Angelique Kerber: Mir sind so viele Dinge durch den Kopf gegangen. Ich hatte noch nie zuvor auf dem Court so ein Gefühl. Ich habe in meine Box geschaut, da haben sich alle gefreut. Es war ein wirklich spezieller Moment für mich, ein besonderes Gefühl.

Frage: Es ist Ihr erstes Grand-Slam-Endspiel. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Partie gegen Serena Williams?

Kerber: Der Traum geht weiter. Die Reise ist noch nicht zu Ende. Wenn man in einem Finale steht, will man es gewinnen. Auch Serena wird Druck spüren. Ich kann frei aufspielen, das ist nicht so schlecht. Es ist eine besondere Herausforderung. Die Zeit ist reif, ich stehe immerhin seit vier Jahren in der Top Ten.
   
Frage: Aber Serena ist natürlich eine besondere Hausnummer, oder?

Kerber: Ich habe gegen Serena nichts zu verlieren. Andererseits: Ich kann ein Match verlieren. Ich will mein erstes Grand-Slam-Finale genießen und versuchen, Serena zu schlagen. Dazu muss ich mein bestes Tennis spielen. Ich denke aber, dass auch sie Respekt haben wird vor mir. Serena wird auch wissen, dass sie gegen mich gutes Tennis spielen muss, um zu gewinnen. 
   
Frage: Das Halbfinale war gerade mental keine leichte Aufgabe. Wie haben Sie es trotzdem geschafft, gegen die Nummer 47. Johanna Konta zu gewinnen?

Kerber: Ich bin froh, dass ich gut mit dem Druck umgehen konnte. Ich habe ihm standgehalten. Die Nerven zu behalten, das war die größte Herausforderung. In Singapur beim WTA-Finale habe ich es nicht geschafft. Aber daraus wollte ich lernen. Deswegen bin ich glücklich, wie ich das geschafft habe.
   
Frage: In Ihrer Laufbahn gab es einige Rückschläge. Ist das jetzt die Belohnung?

Kerber: Ich hatte in meiner Karriere eine Menge Aufs und Abs, das Finale kommt im richtigen Moment. Ich bin bereit dafür, denn ich habe eine Menge Erfahrung. Ich habe sehr hart gearbeitet in den letzten Jahren. Und jetzt bin ich hier: Im Finale. Es hat sich also ausgezahlt.
   
Frage: Worin sehen Sie die Gründe für Ihren Durchbruch auf der Major-Ebene?

Kerber: Ich hatte eine super Vorbereitung. Ich habe immer versucht, meinen Träumen zu folgen und weiter hart zu arbeiten. Ich habe auch früher gutes Tennis gespielt, aber meine Chancen nicht genutzt. Jetzt habe ich nicht mehr den Druck, weil ich jedem gezeigt habe, was ich spielen kann. Auch mir selbst. Ich bin eine der besten Spielerinnen der Welt. Ich denke, ich kann stolz sein.
   
Frage: Mit dem Sieg am Samstag könnte Serena in Sachen Grand-Slam-Titel zu Steffi Graf aufschließen. Sehen Sie sich in der Pflicht, deshalb besonders gut zu spielen?

Kerber: Ich denke schon, die Deutschen müssen doch zusammenhalten.
   
Frage: Haben Sie früher schon einmal von so einem Endspiel geträumt?

Kerber: Als Kind gab es diese Träume natürlich. Da habe ich mir vorgestellt, wie es ist, in einem Grand-Slam-Finale zu stehen. Jetzt ist es real. Und ich werde versuchen, es zu genießen.

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